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Ennepetal ist „Fairtrade-Stadt“!
Seit dem 1. Juli 2020 darf Ennepetal sich nun Fairtrade-Stadt nennen
Die Kampagne Fairtrade-Towns fördert gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene und die Auszeichnungen sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft. Städte und Gemeinden spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung globaler Entwicklungsstrategien.
Der Rat der Stadt hatte die Bewerbung als Fairtrade-Stadt bereits am 7. Juni 2018 beschlossen. Es wurde eine Steuerungsgruppe ins Leben gerufen, die daraufhin umgehend die Umsetzung der weiteren Kriterien in Angriff nahm.
Am 1. Juli 2020 war es so weit, dass Ennepetal für ihr Engagement zum fairen Handel zur 688. Fairtrade-Stadt in Deutschland und zur 151. Kommune in NRW durch Fairtrade Deutschland e.V. ausgezeichnet wurde. Um diesen Titel weiterhin führen zu dürfen, muss sich die Stadt alle zwei Jahre einer erneuten Prüfung unterziehen und ihr Engagement weiter ausbauen.
Fünf Kriterien gilt es zu erfüllen: Ein offizieller Ratsbeschluss zur Beteiligung an der Kampagne, die Gründung einer Steuerungsgruppe zur Koordinierung der Aktivitäten, eine bestimmte Anzahl an Verkaufsstellen, Restaurants und Cafés, die faire Produkte anbieten, teilnehmende Vereine, Gemeinden und Schulen sowie mediale Berichterstattung über die Aktionen.
In dem Zusammenhang ist besonders der Weltladen in Ennepetal für sein Engagement zu erwähnen, der seit mehr als 40 Jahren ehrenamtlich vom Weltladenverein betrieben wird, und dessen Zielsetzung sich ausschließlich dem Fairen Handel widmet (https://weltlaeden.de/ennepetal/). Er ist Mitglied im Weltladen-Dachverband und hat sich der strengen Konvention der Weltläden verpflichtet.
Einen großen Beitrag zum fairen Handel leisten auch die folgenden heimischen Fachgeschäfte, die neben ihrem eigentlichen Repertoire zusätzlich fair gehandelte Produkte aus dem Weltladen anbieten (Änderungen vorbehalten): Friseur Axel Meier, Kosmetik Mittag, Bücher Bochhammer, Kinderschutzbund-Laden Bärti, Dekorationswerkstatt Ensemble, Stil und Blüte Rudloff, die Tourist Information/Infozentrum des GeoPark Ruhrgebiet e.V., der Kreiselmarkt Voerde.
Ferner bieten die folgenden Geschäfte ebenfalls einzelne faire Produkte an: Blumen Risse sowie Netto, REWE, ALDI, LIDL, EDEKA, Marktkauf, Rossmann und Penny.
Aus dem Bereich Gastronomie sind das Mehrgenerationen-Café/Bistro und Café Seco mit dabei.
Bei Besprechungen und offiziellen Terminen werden in der Verwaltung fair gehandelter Kaffee und Tee mit fair gehandelten Keksen angeboten. In Präsentkörben und bei diversen Repräsentationsangelegenheiten der Bürgermeisterin werden auch fair gehandelte Waren verwendet. Die städtischen KiTa´s beziehen ihre Bananen im Weltladen.
Auf dem Markt in Voerde bietet einmal monatlich „das Gefairt“ fair gehandelte Kleidung an.
Die evangelischen Kirchengemeinden Voerde und Milspe sowie der CVJM Altenvoerde unterstützen mit Bildungsarbeit und dem Verkauf von fairen Produkten ebenfalls die Kampagne.
Veranstaltungen und Workshops lassen den fairen Handel erlebbar werden, wie z. B. der Weltladentag, Kleidertauschcafé und das faire Frühstück in der Bücherei.
Unter dem Motto „global denken, lokal handeln“ leistet die Stadt mit ihrem Engagement für den Fairen Handel auch einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nation (Sustainable Development Goals - SDGs), die 2015 verabschiedet wurden.
Das globale Netzwerk der Fairtrade-Towns umfasst über 2.200 Fairtrade-Towns in insgesamt 26 Ländern.
Anfang des Jahres 2021 waren alle Künstlerinnen und Künstler, die einen persönlichen Bezug zu Ennepetal haben, zu einem Kreativwettbewerb zur Gestaltung einer Schmuckbanderole eingeladen. Das Motiv, nur so viel war vorgegeben, sollte die Stadt Ennepetal von ihrer „Schokoladenseite“ darstellen.
Von einer mehrköpfigen Jury wurden gleich drei attraktive Motive ausgewählt. So unterschiedlich diese sind, so spielt doch der Fuchs, das sympathische Symboltier Ennepetals, eine nicht zu übersehende Rolle. Die Künstlerinnen, die die Bilder entworfen haben, sind: Brigitte Schäfer aus Ennepetal, Ilona Wiese aus Schwelm und Beate Böhmke aus Gevelsberg.
Die Ennepetaler Stadtschokolade ist quasi ein „Dauerbrenner“. Mit der Kombination aus ansprechenden Motiven auf der Banderole und einer fair gehandelten Schokolade gelingt eine gleichzeitige Identifikation mit Ennepetal und dem Fairen Handel.
Die Schokolade wird im Weltladen und in zahlreichen zusätzlichen Verkaufsstellen (s.o.) sehr gut verkauft. Hierbei handelt es sich um eine hochwertige, fair gehandelte GEPA-Bio-Schokolade. Ennepetal möchte hiermit einen Beitrag zur Unterstützung der Kakaobauern im globalen Süden leisten. Durch die hohen Standards der GEPA sind faire Gehälter, soziale Arbeits- und Lebensbedingungen und der Verzicht auf Kinderarbeit gewährleistet.
Schokolade gehört zu den beliebtesten Süßigkeiten weltweit. In Deutschland werden durchschnittlich ca. neun Kilogramm pro Kopf jährlich konsumiert. Dabei machen wir uns nicht bewusst, dass Millionen von Kleinbäuerinnen und -bauern den Kakao zumeist unter menschenunwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen produzieren.

