Stand: März 2025
1. Warum sind Kitas so wichtig für eine Kommune?
Unsere Kleinsten können sich dort in einem geschützten Raum entwickeln und unbeschwert entfalten. Spielerisch trainieren sie ihre motorischen, sprachlichen, kreativen und empathischen Fähigkeiten. In der Gemeinschaft mit anderen üben sie erste Regeln des Zusammenlebens.
Zum anderen können nur Eltern arbeiten, deren Kinder gut und zuverlässig betreut werden. Ohne ausreichende Kita-Plätze ist insbesondere die Erwerbstätigkeit von Frauen erschwert oder gar nicht möglich. Damit fehlen sie dem Arbeitsmarkt als dringend benötigte Fachkräfte. Auch für lokale Unternehmen ist es daher wichtig, dass Ennepetal ausreichend Kita-Plätze anbietet.
Und schließlich: Ohne gutes Kita- und Schul-Angebot schrumpft eine Kommune. Junge Paare wählen ihren Wohn- und Arbeitsort häufig bewusst nach der Verfügbarkeit von Kita-Plätzen und Schulen aus. Kein Wunder: Schließlich sind Kinder für viele Menschen das Wichtigste im Leben.
2. Wie viele Kitas gibt es in Ennepetal?
Die Stadt betreibt in Ennepetal und Breckerfeld 7 Kitas mit insgesamt 370 Plätzen.
Neben den städtischen Einrichtungen gibt es auch noch 22 Kitas von anderen Trägern (z.B. AWO, Deutsches-Rotes-Kreuz, Kirchengemeinden u.a.)
Die insgesamt 29 Kitas bieten aktuell Platz für 1.530 Kinder.
Eine aktuelle Liste finden Sie unter https://ennepetal.kita-navigator.org/liste.
Daneben gibt es als weitere Betreuungsoption noch 31 Tagesmütter -und -väter, insbesondere für Kinder unter drei Jahren. Die Kindertagespflegepersonen werden vom städtischen Jugendamt qualifiziert, überprüft und begleitet.
3. Warum wird Breckerfeld mitgezählt?
Breckerfeld ist zwar eine eigene Kommune, hat aber als kleinere Gemeinde keinen eigenen Bereich für Kindertageseinrichtungen. Deswegen übernimmt die Stadtverwaltung Ennepetal im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit diese Aufgabe für Breckerfeld mit.
4. Wie ist diese Zahl einzuordnen? Wo stehen wir im Vergleich mit
Die neueste Kita in Ennepetal ist das Familienzentrum am Klutertberg. Anfang 2025 zogen Kinder und Erzieher*innen in den Neubau an der Neustraße 3 ein. Die Kita bietet Platz für 75 Kinder.© Stadt Ennepetal anderen Kommunen?
In Ennepetal kam am Stichtag 31.12.2023 ein Kita-Platz auf 24,17 Einwohner. (1.222 Plätze für 29.534 Einwohner; seither sind noch ca. 300 Kita-Plätze dazu gekommen.)
Damit hatten wir im Vergleich mit den umliegenden Kommunen (Breckerfeld, Gevelsberg, Schwelm und Sprockhövel) das beste Verhältnis von Kita-Plätzen zu Einwohnern.
5. Wie hat sich das Kita-Angebot in den vergangenen Jahren entwickelt?
2015 gab es in Ennepetal insgesamt 22 Kitas mit 1.070 Plätzen (alle Träger), 2025 gibt es 29 Kitas mit 1.530 Plätzen. D.h. das Platzangebot hat sich in den vergangenen zehn Jahren um 43 Prozent erhöht.
Allerdings ist auch die Nachfrage nach Kita-Plätzen deutlich gestiegen.
6. Wie berechnet die Stadt, wie viele Kita-Plätze sie braucht?
Die Mitarbeitenden des Fachbereichs 3, Jugend und Soziales, erstellen jedes Jahr eine aktuelle Bedarfsplanung. Dabei stützen sie sich auf Einwohnerdaten (Geburtenrate, Altersstruktur, etc.). Zudem werten sie die Gruppenstrukturen der Kitas aus und beziehen die die Bedarfsmeldungen von Eltern über den Kita-Navigator ein.
Noch ein Hinweis für Eltern von Kleinkindern: Anmeldungen in allen Kitas in Ennepetal erfolgen immer über den Kita-Navigator. Wir haben diese zentrale Plattform eingeführt, um für Transparenz und Chancengleichheit zu sorgen.
7. Sind weitere Kitas geplant?
Derzeit wird ein Standort in Ennepetal-Homberge geprüft.
8. Wie viel zahlen Eltern hier für einen Kita-Platz?
Das ist unterschiedlich. Der Elternbeitrag richtet sich nach dem Alter des Kindes (U3/Ü3) und nach dem Betreuungsumfang (25/35/45 Stunden) sowie nach dem Einkommen der Eltern.
Für Ennepetal und Breckerfeld bestehen jeweils eigene Beitragssatzungen.
Für einen Ü3 Platz von 35 Stunden zahlen Eltern in Breckerfeld aktuell beispielsweise zwischen 26 und 128 Euro pro Monat und in Ennepetal zwischen 19,20 und 132 Euro.
Liegt das Einkommen unter 20.000 Euro pro Jahr, wird kein Elternbeitrag erhoben. Die beiden letzten Kita-Jahre vor der Einschulung sind ebenfalls beitragsfrei. In Ennepetal gibt es seit dem 01.01.2025 einen zusätzlichen Rabatt für Familien, wenn mehrere Kinder gleichzeitig Betreuungsangebote (Kita/Kindertagespflege/OGGS) in Anspruch nehmen.
9. Wie viel kostet ein Kita-Platz die Kommune im Jahr?
Wir versuchen alles, um die Elternbeiträge niedrig zu halten. Kostendeckend sind sie sowieso nicht. Im Durchschnitt kostet ein Kita-Platz die Kommune zwischen 483 und 567 Euro pro Monat, mit steigender Tendenz.
10. Welcher Fachbereich bei der Stadt ist für Kitas zuständig?
Als Leiterin der Verwaltung ist die Bürgermeisterin zuständig, und das Thema Kitas liegt ihr auch sehr am Herzen. Darüber hinaus ist es ein echtes Gemeinschaftsprojekt, denn es sind viele verschiedene Abteilungen der Stadtverwaltung eingebunden. Der Fachbereich 3, Jugend und Soziales, ist federführend. Der Fachbereich 1 (Finanzen und Interner Service) kümmert sich um Personalfragen, Versicherungen, Technik- und Büroausstattung der Kitas; der Fachbereich 2 (Ordnung, Bürgerdienste und Bildung) ist für die Reinigung und die Hausmeister der Kitas zuständig. Und der Fachbereich 4 (Planung, Bauen & Umwelt) ist beteiligt, wenn es um den Bau oder die Sanierung der Kita-Gebäude geht.
11. Welche Herausforderungen gibt es beim Thema Kita? 
© Pixabay
Das sind einige: Erzieher und Erzieherinnen sind begehrt und schwer zu bekommen. Es ist eine große Herausforderung, offene Stellen zu besetzen.
Der Bedarf an integrativer Betreuung steigt; dies erfordert sowohl Umbauten an den Gebäuden als auch speziell geschulte Fachkräfte. Die Anzahl von Kindern mit Fluchthintergrund ist für alle Kommunen sehr schwer vorherzusagen. Und der stetige Anstieg der Betriebskosten erhöht den Druck auf die Träger.
Es bleibt also spannend, aber wir sind zuversichtlich, dass wir auch in Zukunft allen Kindern eine gute Betreuung bieten können.
Wir wünschen den kleinen und kleinsten Ennepetaler*innen und Eltern eine wunderschöne Kita-Zeit!
