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Starkregenereignis in Ennepetal

Das Starkregenereignis in den gestrigen Abend- und Nachtstunden hat auch Ennepetal betroffen.

Zur Zeit gehen immer noch Schadensmitteilung bei der Feuerwehr und im Bereich Ordnungswesen ein, so dass nur ein vorläufiges Lagebild dargestellt werden kann.

110 Einsatzkräfte ehrenamtliche und hauptamtliche Einsatzkräfte der Feuerwehr waren seit 16:30 Uhr im Einsatz. Dabei wurden Stand 9 Uhr 110 Einsätze abgewickelt. Unterstützt wurde die Feuerwehr durch Kräfte des städtischen Betriebshofes, die Straßensperrungen etc. vorgenommen haben.

Die Feuerwehr hat heute Nacht rund 1.500 Sandsäcke gefüllt und verbaut, derzeit sind alle verfügbaren Pumpen der Ennepetaler Wehr im Einsatz.

Gegen 5 Uhr wurden die ehrenamtlichen Kräfte der Feuerwehr zunächst zwecks einer Ruhepause aus dem Einsatz genommen, aktuell werden diese Kräfte wieder in den Einsatz zurückbeordert.

Im Laufe des Einsatzes musste die Feuerwehr ein Tanklöschfahrzeug vorübergehend aus dem Dienst nehmen, an diesem wurde während des Einsatzes ein Rad schwer beschädigt. Noch in der Nacht wurde aus Münster ein Ersatzrad beschafft. Das Fahrzeug ist jetzt wieder im Einsatz.

Die wichtigsten Punkte im Einzelnen:

Die L 702 (Hagener Straße) ist im Bereich Haspetal vollständig gesperrt. Dort ist der Hasperbach über die Ufer getreten und hat Keller und teilweise das Erdgeschoss von Wohngebäuden geflutet. Bis gegen 5 Uhr wurde dort durch die Feuerwehr das Wasser abgepumpt, da jedoch mehr Wasser nachlief, als abgepumpt werden konnte, wurde der Einsatz vorerst unterbrochen.

Dort wurde durch die Einsatzkräfte unterstützt von einem ortsansässigen Unternehmer ein provisorischer Damm errichtet, der den Hasperbach in sein Bachbett zwingen und weitere Überflutungen vermeiden soll.

Die an der Hagener Straße befindliche neue städtische Kindertagesstätte „Bullerbü“ ist im Erdgeschoss auf einer Höhe von 5 – 10 cm geflutet, ebenso das komplette Außengelände. Die Kindertagesstätte ist aktuell gesperrt. Wann eine Nutzung wieder möglich sein wird, kann zur Zeit noch nicht beurteilt werden.

Gefährlich und ärgerlich ist, dass Verkehrsteilnehmer eigenmächtig die Absperrungen der Hagener Straße entfernt haben, sich selbst und andere dadurch gefährdet haben und das hohe Verkehrsaufkommen die Einsatzkräfte behinderte.

Die L 699 (Ennepetalstraße) ist ebenfalls ab dem Unternehmen Bharat Forge bis Ennepetal Burg nach wie vor gesperrt. Im Bereich Willringhausen hat es im Laufe der Nacht einen Erdrutsch gegeben, der die Straße unpassierbar macht. In den Abendstunden haben Autofahrer die Absperrungen ignoriert, mit dem Ergebnis, dass sich mehrere Fahrzeuge in Höhe Gut Ahlhausen festgefahren haben und vollgelaufen sind. Wann diese geborgen werden können, steht noch nicht fest.

Die Zufahrt zum Freizeitbad „platsch“ ist derzeit nicht möglich. Das Hallenbad ist von Wasserschäden verschont worden. Anders sieht es im Freibadbereich aus: Das Kinderplanschbecken ist überflutet worden und verschlammt. Aktuell geht man davon aus, dass das Hauptbecken nicht betroffen ist. Auf die Wellenrutsche ist eine große Eiche gestürzt. Wie groß die Schäden sind, die der Baum verursacht hat, kann erst beziffert werden, wenn die Eiche entfernt wurde. Ob das Starkregenereignis die biologische Klärung der Wasserbecken beeinträchtigt wird noch überprüft.

An der Ennepetalsperre ist der Maximalfüllstand überschritten. Der Ruhrverband lässt deshalb aktuell Wasser ab, dadurch steigt der Pegel der Ennepe weiter an.

Aus diesem Grund bleibt die Straße weiterhin gesperrt. Die Stadtverwaltung appelliert an die Verkehrsteilnehmer, die Sperrung unbedingt ernst zu nehmen. Wer sie ignoriert, riskiert Schäden an Leib und Leben.

Die Holthauser Talstraße ist wegen Überflutung derzeit von der Einmündung Heilenbecker Straße bis zur Einfahrt Klinik Königsfeld gesperrt, mit einer Freigabe wird im Laufe des Vormittags gerechnet.

Auf der Heilenbecker Straße wurden im Lauf der Nacht drei Personen aus ihren Häusern durch die Feuerwehr gerettet, die von den Fluten eingeschlossen waren.

Derzeit sind städtische Kräfte unterwegs, um alle Straßen, Kanäle, Brücken und öffentliche Gebäude auf Schäden zu untersuchen.

Aktuell treten aus den Hängen überall im Stadtgebiet erhebliche Wassermengen aus, so dass mit weiteren Schäden gerechnet werden muss.

Laut Wetterdienst ist das Großregengebiet weiter in den südwestlichen Raum Deutschlands gezogen, für den Nachmittag rechnet man aber mit lokalen Gewittern, die durchaus wieder erhebliche neue Regenfälle bringen können.

Die Einsatzkräfte arbeiteten derzeit die gemeldeten Schäden ab, wobei die Reihenfolge durch die Priorität bestimmt wird. Vorrangig sind die Wiederherstellung und die Aufrechterhaltung der Infrastruktur Ennepetals.

Bürgermeisterin Imke Heymann appelliert an die Ennepetalerinnen und Ennepetaler: „Bitte bleiben Sie – wenn möglich – zu Hause. Verlassen Sie Ihr Haus nur, wenn es unumgänglich nötig ist. Widerstehen Sie der Versuchung, sich die Schäden im Stadtgebiet anzusehen, Sie behindern die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit“.

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