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Die Bürger in der Stadt / Voerde

Interview mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt Ennepetal

Paul Ihmels

Redaktion: Anlässlich des Internationalen Tages für Menschen mit Behinderung 3. Dezember) freuen wir uns, Sie als Behindertenbeauftragter der Stadt Ennepetal zu interviewen. Bitte stellen Sie sich kurz vor.

Paul Ihmels: Ich heiße Paul Ihmels und bin im Ennepetaler Höhendorf Rüggeberg aufgewachsen.
Nach meinem Abitur am Reichenbach-Gymnasium hat mir die Stadt Ennepetal ab September 2016 ein duales Studium an der SRH Hochschule Hamm ermöglicht.
Nach erfolgreichem Abschluss bin ich nun seit August dieses Jahres als soziale Fachkraft in der städtischen Flüchtlingsbetreuung und als Behindertenbeauftragter beschäftigt.

Redaktion: Welche Aufgaben haben Sie als Behindertenbeauftragter der Stadt Ennepetal?

Paul Ihmels: Nach der „Satzung der Stadt Ennepetal über die Wahrung der Belange von Menschen mit Behinderung“ ist es meine Aufgabe, Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger in Sachen Behinderung und Barrierefreiheit zu sein. Außerdem werde ich bei Vorhaben und Maßnahmen unserer Gemeinde beteiligt, sofern sie Belange von Menschen mit Behinderung berühren. Ein Beispiel ist die Öffnung unserer Fußgängerzone.
Darüber hinaus habe ich die Möglichkeit, an Ausschüssen und Sitzungen des Rates teilzunehmen und Stellung zu Punkten zu nehmen, die sich auf die Themen „Behinderung und Barrierefreiheit“ beziehen.
Natürlich arbeite ich sehr eng mit dem Beirat für Menschen mit Behinderung zusammen.

Redaktion: Seit wann und wieso gibt es einen Beirat für Menschen mit Behinderung? Wie kann ich mir die Arbeit des Beirates für Menschen mit Behinderung vorstellen?

PaulIhmels:Die UN-Behindertenrechtskonvention stellt die Rechte von Menschen mit Behinderung dar. Diese wurden 2009 in Deutschland im Behindertengleichstellungsgesetz, kurz BGG, verankert.
Ein Beirat für Menschen mit Behinderung wurde in Ennepetal im Jahr 2014 gegründet.
Die Mitglieder des Beirats sind wie ich Ansprechpartner und Sprachrohr der Ennepetalerinnen und Ennepetaler. Sie sind darüber hinaus Experten in eigener Sache. Zusammen geben wir Menschen mit Behinderung in unserer Stadt eine Stimme. So sorgen wir Schritt für Schritt dafür, dass für die Betroffenen Teilhabe am öffentlichen Leben gelingen kann.
Der Beirat für Menschen mit Behinderung hat eine beratende Funktion. Die Anregungen und Anträge des Beirats werden von den zuständigen politischen Gremien beraten und beschlossen. Wenn es sich um kleinere Angelegenheiten handelt, kümmert sich die Verwaltung direkt darum.
Außerdem finden regelmäßig Informations- und Erörterungsgespräche mit den Stadtbetrieben statt. Dort werden bauliche Vorhaben besprochen und erklärt.
Des Weiteren finden Begehungen von öffentlichen Plätzen, Gebäuden und Straßen statt.

Redaktion: Mit welchen Themen beschäftigt sich der Beirat aktuell?

Paul Ihmels: Aktuelle Themen sind derzeit die Öffnung der Fußgängerzone, der Bürgersteig bei der Firma CDP Bahrat Forge sowie ein damit gekoppelter eingeschränkter Zugang zum Hülsenbeckertal. Die Neueröffnung des Bürgerbüros und der Bücherei ist ebenfalls brandaktuell. Weiter geht es auch oft um barrierefreie Bushaltestellen und Ampelanlagen.
In der letzten Woche erst wurde ein Antrag des Beirats auf Herstellung eines Gehwegs entlang der Breckerfelder Straße zur Beratung und Entscheidung in den städtischen Betriebsausschuss verwiesen.

Redaktion: Wie können Interessierte oder Betroffene sich im Beirat für Menschen mit Behinderung einbringen?

Paul Ihmels: Eine Einbringung in die Arbeit für Menschen mit Behinderung ist hier sehr niedrigschwellig möglich. Themen, Anregungen, Beschwerden und vieles mehr werden im Beirat vorgetragen, beraten, niedergeschrieben und beschlossen und danach von den zuständigen Stellen bearbeitet.
Im Frühjahr 2020 endet die Wahlzeit unseres aktuellen Beirates. Dann muss neu gewählt werden.
Im Januar findet deshalb eine Gründungsversammlung statt, in der sich Kandidatinnen und Kadidaten für den Beirat aufstellen lassen können. Nähere Informationen werden rechtzeitig auf der städtischen Homepage, in den sozialen Medien und in der Presse veröffentlicht.
Wer Interesse an einer Mitwirkung hat, kann sich aber schon jetzt bei mir melden. Es sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, die sich für die Belange von Menschen mit Behinderung einsetzen möchten.

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