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Die Bürger in der Stadt / Voerde

Erhöhte PCB-Werte in Ennepetal-Oelkinghausen

Update 6. Juli 2020:

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat dem Ennepe-Ruhr-Kreis inzwischen weitere PCB-Immissionsmessberichte von März und April aus dem Umfeld der Firma BIW in Ennepetal vorgelegt. An allen drei Messpunkten wurden in den Proben wie bereits im Februar 2020 die für die Silikonproduktion typischen PCB-Kongenere 47, 51 und 68 gefunden.
 
Erstmalig enthalten die Berichte von März und April eine Auswertung der Windmessdaten, die auf dem Büttenberg erhoben werden. Im Probezeitraum vom März bis April kam der Wind sehr häufig aus nordöstlicher Richtung. Für den April wies die Windverteilung im Vergleich zu langjährigen Mittelwerten eine erhöhte Häufigkeit aus nordwestlicher Richtung auf.
 
Die Messwerte im März zeigen insgesamt keine relevante Veränderung zum Vormonat. Teilweise fallen sie Mal etwas geringer und Mal etwas höher als die Messwerte vom Februar aus, was mit der wechselnden Windverteilung zu erklären ist. Die Messwertschwankungen liegen dabei jedoch im üblicherweise bei solchen Messreihen auftretenden Variationsbereich. Auch im April liegen die Messwerte in ähnlicher Höhe wie bei den beiden vorangegangenen Monaten.
 
Diese Ergebnisse besitzen als Einzelwerte nach wie vor eine begrenzte Aussagekraft. Unter diesem Vorbehalt lässt sich feststellen, dass die vorläufig ermittelte PCB-Belastung mit Ausnahme der in unmittelbarer Nähe zum Unternehmen gewählten Messstelle an allen Stellen im Bereich der in Nordrhein-Westfalen üblichen Hintergrundbelastung liegt.
 
Bei dieser Bewertung ist zu berücksichtigen, dass ein einzelner Monatswert keinen Rückschluss auf das Jahresmittel bzw. die im Falle von PCB bedeutsame langfristige Belastung zulässt. Die bisher vorliegenden Daten können allenfalls einen ersten, vorläufigen Eindruck vermitteln. Das LANUV informiert den Ennepe-Ruhr-Kreis regelmäßig über die Ergebnisse der weiteren Messungen. Belastbarere Ergebnisse können allerdings frühestens nach sechs Monaten erhoben werden.
 
Der Kreisverwaltung wurden im Mai zwei und im Juni drei Flockenniederschläge in Ennepetal von Bürgern gemeldet. Die Analyse der Proben durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW ergab jedoch keinen Zusammenhang mit der Silikonproduktion bei der Firma BIW. Somit kann zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgegangen werden, dass die installierten Flockenrückhalteeinrichtungen bei der Firma BIW funktionieren und kein unzulässiger Flockenflug mehr erfolgt.

 

Update 30. Januar 2020:

Am 21. Februar findet die zweite Bürgerversammlung zu den PCB-Funden statt. Die Einladung finden Sie hier.

Die Kreisverwaltung des Ennepe-Ruhr-Kreises hat einen Flyer mit dem Verzehrsempfehlungen in Oelkinghausen und Büttenberg herausgebracht. Den Flyer finden Sie hier.

 

Update 27. Januar 2020:

Die Kreisverwaltung und die Stadt Ennepetal haben gemeinsam mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) einen Termin für die nächste Bürgerversammlung vereinbart. Die Veranstaltung findet am Freitag, 21. Februar, um 18 Uhr im Haus Ennepetal (Gasstr. 10, Ennepetal) statt.
 
Landrat Olaf Schade und Bürgermeisterin Imke Heymann möchten dann gemeinsam mit den Experten des Landesamtes sowie der Fachbereiche Soziales und Gesundheit und Umwelt des Ennepe-Ruhr-Kreises über neue Ergebnisse und Erkenntnisse im Zusammenhang mit den PCB Funden in den Ennepetaler Stadtteilen Oelkinghausen und Büttenberg informieren.
 
Ab Montag, 27. Januar, wird die Kreisverwaltung überarbeitete PCB FAQ´s auf ihrer Internetseite (www.en-kreis.de) haben und ein Bürgertelefon einrichten. Von montags bis freitags und jeweils zwischen 8 und 16 Uhr ist dann die Rufnummer 02333/403 1449 besetzt. Dort erhalten Interessierte vorrangig Auskünfte zu den neuen Verzehrempfehlungen für Gemüse und Obst und zu den geplanten Blutuntersuchungen. Können Fragen nicht beantwortet werden, werden diese zunächst notiert und weitergeleitet. Anliegen können zudem per Email an die Adresse pcb.ennepetal@en-kreis.de schriftlich auf den Weg gebracht werden.
 
Hinsichtlich zusätzlicher Untersuchungen sind mit dem LANUV langfristig durchzuführende Luftmessungen zum PCB Gehalt der Luft sowie der Windverhältnisse im betroffenen Bereich abgestimmt. Damit wird umgehend begonnen. Ab Mai wird es zudem erneute Untersuchungen mit Grünkohl geben, diese führt das LANUV in einem erweiterten Untersuchungsraum durch.
 
Um über die Vorgaben der Verzehrempfehlung zu informieren, hat die Kreisverwaltung zudem einen Flyer erstellt. Dieser wird ab Mitte nächster Woche verfügbar sein. Anschaulich und umfassend wird dort nachzulesen sein, was nach den Erkenntnissen der Grünkohlproben für die beiden Bereiche Gewerbegebiet Oelkinghausen und Wohngebiet Büttenberg mit Blick auf selbstangebautes Gemüse und Obst empfohlen wird.
 
Nämlich: Im Gewerbegebiet sollten nach Einschätzung des LANUV folgende Blattgemüse nicht angebaut und verzehrt werden: Grünkohl, Mangold, Spinat, Pflücksalat, Feldsalat, Rucola, Rübstiel / Stielmus, Staudensellerie, Kräuter und andere Gemüse, von denen die Blätter verzehrt werden. Ebenfalls verzichtet werden sollte auf Beerenobst und Kirschen. Früchte, die gut gewaschen oder geschält werden können, können hingegen angebaut und gegessen werden.
 
Für das Wohngebiet Büttenberg lauten die Vorgaben: Die genannten Blattgemüse können angebaut werden, sollten aber nicht mehr als ein- oder zweimal in der Woche gegessen werden. Früchte - auch Beerenobst und Kirschen - können gegessen werden, sollten aber gewaschen und - wenn möglich - geschält sein.
 
Zu den zahlreichen Nachfragen, die die Kreisverwaltung bereits zu den angekündigten freiwilligen Blutuntersuchungen erhalten hat, heißt es aus dem Kreishaus: "Aktuell arbeitet der Fachbereich Soziales und Gesundheit daran, eine Vielzahl noch offener Fragen zu klären. Dazu zählen beispielsweise das genaue Festlegen der zu untersuchenden Altersgruppen, das Erstellen notwendiger Formulare und Informationsschreiben, der Ort der Blutabnahme, die Lagerung und der Transport des Blutes und die Auswahl des Labors."
 
Zu beachten sei auch: Blutuntersuchungen müssen von einer sorgfältigen Vor- und Nachbereitung begleitet werden, dazu zählen unter anderem das Erheben von Lebens- und Verzehrgewohnheiten und berufliche Faktoren. Aktuell gehen die Verantwortlichen davon aus, die Blutabnahmen im Mai oder Juni anbieten zu können. Über Ort und Termin werden alle, die zur Zielgruppe der Untersuchungen zählen, rechtzeitig und persönlich informiert.
 
Die Vorbereitungen sollen von einem Arbeitskreis begleitet werden. In diesen werden auch Vertreter der Bürgerinitiative und der Stadt Ennepetal eingebunden. Der Arbeitskreis begleitet das gesamte Verfahren, dazu zählen unter anderem die Auswahl des konkreten Personenkreises sowie die zeitliche Abstimmung.

Update 14. Januar 2020:

Bürgermeisterin Imke Heymann nimmt zur Pressekonferenz des Ennepe-Ruhr-Kreises vom gestrigen Montag Stellung. Den Text Ihrer Pressemitteilung finden Sie hier.

Update 13. Januar 2020:

Früher als erwartet liegen die Ergebnisse der Grünkohlbeprobung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hinsichtlich der PCB-Belastung in den Ortsteilen Oelkinghausen und Büttenberg dem Ennepe-Ruhr-Kreis vor.
Hierzu fand am 13. Januar 2020 eine Pressekonferenz im Schwelmer Kreishaus statt.
Die dazugehörige Pressemitteilung des Ennepe-Ruhr-Kreises sowie die überarbeitete Gebietsabgrenzung hinsichtlich der Verzehrsempfehlungen finden Sie hier.

 

 

Die Stadt Ennepetal wurde durch die Verwaltung des Ennepe-Ruhr-Kreises darüber informiert, dass im Gewerbegebiet Oelkinghausen erhöhte PCB-Werte nachgewiesen wurden. Vor dem Hintergrund des derzeitigen Erkenntnisstand empfiehlt der Ennepe-Ruhr-Kreis, auf den Verzehr der diesjährigen Gartenernte aus bestimmten Bereichen des Ennepetaler Stadtgebietes vorsorglich zu verzichten. Diese Bereiche sind auf einer gesonderten Karte dargestellt (hier).

Nähere Einzelheiten sind der Pressemitteilung des Ennepe-Ruhr-Kreises (hier) zu entnehmen.

Für Fragen zu den Verzehrsempfehlungen oder weiteren gesundheitlichen Aspekten ist die Kreisverwaltung unter der Telefonnummer 02336 930 zu erreichen.

Der Ennepe-Ruhr-Kreis hat am 25. November eine aktualisierte FAQ-Liste (häufig gestellte Fragen und Antworten) zum Thema PCB veröffentlicht. Diese Liste finden Sie hier.

Bei neuen Erkenntnissen wird die Stadt Ennepetal hier zeitnah informieren.

Die Pressemitteilung des 'Ennepe-Ruhr-Kreises vom 25.11.2019 finden Sie hier.

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