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Die Bürger in der Stadt / Voerde

Erhöhte PCB-Werte in Ennepetal-Oelkinghausen

Update 8. Juni 2021:

Kreisverwaltung stellt Konzept für Blutuntersuchungen vor

Die Corona Pandemie und die damit verbundene erhebliche Arbeitsbelastung des Gesundheitsamtes sowie eine ergebnislose europaweite Ausschreibung und eine deshalb notwendige Neukonzeption haben die von der Kreisverwaltung im Zusammenhang mit der PCB Belastung in Ennepetal angekündigten Blutuntersuchungen zeitlich erheblich verzögert.

"Dies bedauern wir ausdrücklich. Gleichzeitig freuen wir uns, jetzt eine Lösung gefunden zu haben", macht Astrid Hinterthür, Fachbereichsleiterin Soziales und Gesundheit deutlich. Wie diese aussieht, wurde inzwischen sowohl Vertretern der Bürgerinitiative als auch den Mitgliedern des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Inklusion vorgestellt.

Vorgesehen ist demnach, das Blut von Frauen im gebärfähigen Alter bis 49 Jahren und mit Kinderwunsch sowie von Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 17 Jahren zu untersuchen. Grundvoraussetzung: Die Teilnehmer müssen seit mindestens fünf Jahren in dem Gebiet wohnen, für das derzeit Verzehrhinweise für Obst und Gemüse gelten. Dies sind im Wesentlichen die Ennepetaler Stadtteile Oelkinghausen und Büttenberg.

Gesucht wird in den Proben unter anderem nach den PCB Arten, die im Umfeld des Ennepetaler Unternehmens eine besondere Rolle spielen (PCB 47, 51 und 68). Betrachtet werden zudem die sechs so genannten Standardkongenere, die im Rahmen von PCB-Untersuchungen regelmäßig im Fokus stehen.

"Umgesetzt wird das Vorhaben im Auftrag der Kreisverwaltung im Rahmen eines Forschungsprojektes mit der Uniklinik der RWTH Aachen. Sie hat bereits Vorerfahrungen mit den PCB Arten 47, 51 und 68", erläutert Hinterthür. Um starten zu können, fehlt derzeit noch die positive Rückmeldung der Ethikkommission der RWTH. Mit dieser wird - keine Rückfragen vorausgesetzt - Ende Juni gerechnet.

Anlaufstelle für die Blutabnahmen wäre das Schwelmer Helios Klinikum, mit ihm arbeitet die Uniklinik als Kooperationspartner zusammen. Termine sind für in und nach den Sommerferien angedacht.

"Um einen Termin zu bekommen, ist es notwendig, sich über ein Formular auf der Internetseite der Kreisverwaltung zu melden. Wir schauen dann, ob die vorgegebenen Voraussetzungen erfüllt sind, vergeben im nächsten Schritt die Termine und versenden Fragebögen und Informationen an die Teilnehmer", skizziert Dr. Sabine Klinke-Rehbein das weitere Vorgehen. Die Amtsärztin betreut das Verfahren seitens des Ennepe-Ruhr-Kreis fachlich.

Für die Blutabnahme bei allen Teilnehmern wird mit einem Zeitbedarf von vier bis fünf Wochen gerechnet. Das Untersuchen der Proben und das Erstellen der individuellen Befunde dürfte zehn Wochen in Anspruch nehmen. Zum Forschungsprojekt gehören zudem ein Beratungsangebot bei erhöhten PCB Werten im Blut sowie eine abschließende Informationsveranstaltung.

Anmeldungen für die Untersuchungen sind ab sofort über die Internetseite der Kreisverwaltung (www.en-kreis.de) möglich. Der entsprechende Link ist unter anderem im Bereich "FAQ PCB" direkt auf der Startseite zu finden.

Direktlink zum Anmeldeformular: https://formular.kdz-ws.net:443/metaform/Form-Solutions/sid/assistant/60b657f9626be474c959836a

Update 1. März 2021:

Wie von der Kreisverwaltung angekündigt, findet auch der Ausschuss für Umwelt, Klima und Geoinformation des Ennepe-Ruhr-Kreises als Videokonferenz statt. Auf diese Weise soll es im Vorfeld der Sitzungen von Kreisausschusses und Kreistag möglich sein, auch ohne die abgesagten Präsenzsitzungen Informationen auszutauschen. Beschlüsse können nicht gefasst werden.
 
Auf der Tagesordnung für die Konferenz am Dienstag, 2. März, um 17 Uhr steht neben den Klimaschutzaktivtäten im Ennepe-Ruhr-Kreis und abfallbezogenen Themen auch ein Sachstandsbericht zu den PCB-Emissionen in Ennepetal und Witten.
 
Auch Bürger und Medienvertreter können als Zuhörer an den Videokonferenzen teilnehmen. Hierfür ist eine Mail an die Adresse kreistagsbuero@en-kreis.de notwendig. Als Antwort erhalten die Interessierten einen GoToMeeting-Link. Dieser öffnet ihnen die Zuhörertür in den virtuellen Sitzungsraum.

 

Update 17. Februar 2021:

"Die uns vorliegenden Messergebnisse werfen die Frage auf, ob das Ennepetaler Unternehmen biw sein im März in der Bürgerversammlung und in Zeitungsanzeigen gemachtes Versprechen, zum Jahresende 2020 kein PCB 47 mehr zu emittieren, gehalten hat." Diese Einschätzung macht Landrat Olaf Schade mit Blick auf gemessene PCB-Immissionen im Gewerbegebiet Oelkinghausen und im Wohngebiet Büttenberg.

Zur Erinnerung: Im Februar 2020 hatte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in der Nähe des Unternehmens sowie am Südrand des Wohngebietes Büttenberg zwei Messstellen errichtet. Im Fokus der Untersuchungen standen und stehen dabei insbesondere die für die Silikonproduktion typischen PCB-Kongenere 47, 51 und 68.

Fr die Kreisverwaltung liefern die für 2020 vollständig vorliegenden Berichte folgende Erkenntnisse: Zu Beginn der Messungen - in den Monaten Februar bis Mai - gab es an beiden Messpunkten Monat für Monat Belastungsrückgänge. Dieser Trend endete im Juni.

In Zahlen: Während in Firmennähe im Mai 0,75 Nanogramm PCB 47, 51 und 68 pro Kubikmeter Luft gefunden wurden, lautete der Spitzenwert in den Folgemonaten 4,3 (Oktober). Am Büttenberg lag der Mai-Wert bei 0,067. Im Sommer stiegen die Ergebnisse bei Südwestwind bis auf 0,36. Wind aus vornehmlich südlicher Richtung führte dann in November und Dezember zu 0,7 und 1,2 Nanogramm.

Die seit Juni wieder gestiegene Belastung dokumentieren auch die Durchschnittswerte für die Monate Februar bis Mai beziehungsweise Juni bis Dezember. In Firmennähe lauten diese 2,26 (Februar bis Mai) gegenüber 2,9 (Juni bis Dezember) und am Büttenberg 0,24 gegenüber 0,5.

Um die Ergebnisse einordnen zu können, heißt es aus dem Kreishaus: Für die PCB Konzentration in der Außenluft gibt es weder Grenzwerte noch allgemein akzeptierte Beurteilungswerte, was mögliche gesundheitliche Gefahren angeht. Um Messergebnisse einordnen zu können, greifen die Experten auf einen Vergleich mit dem so genannten NRW-Jahres-Mittelwert 2019 zurück. Dies liegt bei 1,3.

"Davon völlig unabhängig gilt aber das mehrfach gegebene Versprechen des Unternehmens an die Bürgerinnen und Bürger. Die Verantwortlichen stehen im Wort. Die Öffentlichkeit darf daher erwarten, von biw zu erfahren, ob und wie die Zusicherung der ´0 Emission´ umgesetzt worden ist oder ob und warum sich Verzögerungen ergeben haben", formuliert der Landrat seine klare Forderung.

Wichtig ist ihm in diesem Zusammenhang: Der Einsatz des chlorhaltigen Vernetzers, der in den Produktionsabläufen PCB 47, 51 und 68 entstehen lässt, ist nach wie vor nicht verboten, das Unternehmen mache also nichts Illegales. Erfreulich sei zudem, dass der Austritt von PCB-haltigen Flocken inzwischen nachhaltig unterbunden werden konnte.

Weitere Erkenntnisse versprechen sich die Verantwortlichen im Kreishaus von den Ergebnissen der Grünkohl-Beprobungen aus dem Herbst 2020. Dieser Bericht des LANUV wird in Kürze erwartet. Der bisher letzte untersuchte Grünkohl - Ernte im Spätsommer 2020 - hatte im Vergleich zur vorletzten Probe eine deutliche Abnahme der Konzentrationen von PCB 47, 51 und 68 aufgewiesen.

Zu den angekündigten Blutuntersuchungen meldet die Kreisverwaltung folgenden Zwischenstand: Im zweiten Halbjahr 2020 war eine europaweite Ausschreibung auf den Weg gebracht worden. Aus vergaberechtlichen Gründen konnten die beiden Anbieter aber leider nicht gewertet werden.

Jetzt sucht der Kreis gemeinsam mit dem LANUV einen Anbieter für eine individuelle Testung der betroffenen Personengruppen. Angeboten werden soll diese, wie ursprünglich geplant, den Frauen im gebärfähigen Alter und Kindern ab 6 Jahren, die mindestens fünf Jahre im Gebiet der Verzehrempfehlung Oelkinghausen und Büttenberg leben. Hierzu ist der Kreis mit dem LANVU, einem Anbieter und der Bürgerinitiative in Gesprächen.

 

Update 29. Oktober 2020:

Eine zum Teil deutliche Abnahme der Konzentrationen von PCB 47, 51 und 68 in Grünkohlproben sowie in Luft und Staubniederschlägen - dies sind die Ergebnisse von Messungen und Untersuchungen, die das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in den vergangenen Monaten im Umfeld des Unternehmens biw in Ennepetal durchgeführt hat. Die entsprechenden Berichte liegen der Kreisverwaltung jetzt vor und sind im Internet unter www.en-kreis.de einsehbar.
 
Da sich Grünkohl aufgrund der Blattstruktur hervorragend als Bioindikator eignet, hatte das LANUV zwischen Mai und August an acht Messpunkten Behälter mit dieser Pflanze aufgestellt. Um bisher nicht untersuchte Gebiete im Bereich Ennepetal-Oelkinghausen und Büttenberg zu berücksichtigen, war die Anzahl der Messpunkte im Vergleich zum ersten Durchlauf im Spätsommer letzten Jahres erhöht worden.
 
Zur Erinnerung: Seinerzeit hatten sich an drei der sechs Messpunkte erhöhte PCB Werte gefunden. Diese wurden von PCB 47 dominiert und lagen am Messpunkt direkt nördlich von biw um das 14-fache über dem so genannten Hintergrundwert, an zwei Punkten im Wohngebiet Büttenberg wurde dieser nrw-weit "übliche" Wert um das 3,5fache überschritten.
 
Demgegenüber lieferten die aktuellen Grünkohlproben an keinem Messpunkt PCB Gehalte, die über dem Hintergrundwert in NRW liegen. Zwar ist nach wie vor PCB nachweisbar, das im Zusammenhang mit der Silikonverarbeitung steht. Dies allerdings in deutlich geringerem Umfang als bei den ersten Proben. Die Menge des gefundenen PCB´s steht dabei im Verhältnis zur Nähe der Quelle. Je näher der Grünkohl zu biw aufgestellt war, desto höher die Messwerte.
 
Die vom Ennepe-Ruhr-Kreis ausgesprochenen Verzehrempfehlungen für Obst und Gemüse werden trotz der aktuellen Untersuchungsergebnisse noch aufrechterhalten. Eventuell aufgehoben werden sollen sie erst, wenn die Ergebnisse der noch bis November laufenden dritten Grünkohlexposition vorliegen. Mit diesen wird im Frühjahr 2021 gerechnet.
 
Die drei Messgeräte für das Erfassen der Luftwerte und Staubniederschläge standen zum einen in unmittelbarer Nähe des Ennepetaler Unternehmens, zum anderen am Regenrückhaltebecken und im Wohngebiet Büttenberg.
 
Für die Luft stellen die Experten des LANUV für den Messpunkt nahe biw im Gewerbegebiet eine PCB-Konzentration fest, die deutlich über dem Hintergrundwert liegt. Alle anderen zwischen Februar und Juli gesammelten Ergebnisse und die daraus gebildeten 6-Monats-Mittelwerte sind hingegen nicht erhöht.
 
"Insgesamt sind zwischen Februar und Juli in Luft und Staubniederschlägen deutliche Abnahmen der PCB Konzentrationen aus der Silikonverarbeitung, also von PCB 47, 51 und 68, erkennbar. Bei einer Bewertung dieser Ergebnisse dürfen die in diesem Jahr sehr unterschiedlichen Windrichtungen allerdings nicht außer Acht gelassen werden. Sie erschweren derzeit die Feststellung eines kontinuierlichen Reduktionstrends", heißt es sinngemäß im Untersuchungsbericht. Gesundheitliche Beeinträchtigungen seien durch die festgestellten PCB Immissionen aber nicht zu befürchten. Dies gelte auch für das Umfeld des Messpunktes in Unternehmensnähe.
 
Die Kreisverwaltung wertet alle vorliegenden Ergebnisse als deutlichen Hinweis darauf, dass biw erhebliche Fortschritte bei der Reduktion der PCB-Emissionen gemacht hat. Weil das Unternehmen Bürgern und Behörden versprochen hat, bis zum Jahresende zu einhundert Prozent PCB emissionsfrei zu produzieren, erwartet man im Schwelmer Kreishaus zielorientiert eine Fortsetzung des positiven Trends. Für eine abschließende Bewertung wird das LANUV die Messungen bis zum Frühjahr 2021 fortsetzen.
 
Zu den Konzentrationen beziehungsweise zur Deposition der Dioxine/Furane und dl-PCB liefern die Untersuchungen hingegen bereits jetzt ein klares Ergebnis: Die geltenden Zielwerte werden eingehalten, es gibt keine relevanten lokalen Quellen für diese Komponenten.

 

Update 14. Oktober 2020:

Entwarnung: Alle im Oktober gefundenen Flocken PCB-frei

Auch die Flocken, die am 6. Oktober im Ennepetaler Ortsteil Büttenberg gefunden wurden, enthalten kein PCB. Das hat eine Untersuchung des Materials durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) ergeben.

 Zuvor hatte das LANUV bereits Entwarnung für Flocken gemeldet, die dem Ennepe-Ruhr-Kreis am 2. und am 5. Oktober gemeldet worden waren. Somit steht nun fest: Alle im Oktober entdeckten Partikel waren ungefährlich.

 Zudem machen die Analysen deutlich, dass die Flocken nicht aus der Produktion des Unternehmens biw stammen. Vielmehr weise die elementare Zusammensetzung der Partikel auf Haushalts-, Hygiene- oder Pflegemittel beziehungsweise Emissionen aus Bauaktivitäten hin, heißt es im Bericht des LANUV. Die Quelle der Flocken versucht der Ennepe-Ruhr-Kreis derzeit zu ermitteln.

Der letzte Fund von mit PCB belasteten Flocken in Ennepetal datiert aus Januar und damit auf die Zeit vor dem Einbau neuer Technik bei biw. Dennoch gilt auch weiterhin: Sollte jemand Flocken entdecken, sind sowohl Landrat Olaf Schade als auch Bürgermeisterin Imke Heymann dankbar für einen entsprechenden Hinweis. Der Ennepe-Ruhr-Kreis stellt das Material dann sicher und übergibt es dem LANUV zur Analyse.

 

Update 5. Oktober 2020:

In den letzten Tagen hat es in den Stadtteilen Büttenberg und Oelkinghausen erneut Funde von weißen Flocken gegeben.

Das städtische Ordnungsamt und die Immissionsschutzbehörde des Ennepe-Ruhr-Kreises waren am Wochenende und am heutigen Montag vor Ort und haben Flocken sichergestellt.

Diese werden aktuell durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen hinsichtlich ihrer Zusammensetzung untersucht.

Bürgermeisterin Imke Heymann bittet die Bürgerinnen und Bürger, sich direkt an das städtische Ordnungsamt (Tel.: 02333 979 0) zu wenden, damit von dort– falls notwendig – weitere Schritte zeitnah veranlasst werden können.

 

Update 6. Juli 2020:

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat dem Ennepe-Ruhr-Kreis inzwischen weitere PCB-Immissionsmessberichte von März und April aus dem Umfeld der Firma BIW in Ennepetal vorgelegt. An allen drei Messpunkten wurden in den Proben wie bereits im Februar 2020 die für die Silikonproduktion typischen PCB-Kongenere 47, 51 und 68 gefunden.
 
Erstmalig enthalten die Berichte von März und April eine Auswertung der Windmessdaten, die auf dem Büttenberg erhoben werden. Im Probezeitraum vom März bis April kam der Wind sehr häufig aus nordöstlicher Richtung. Für den April wies die Windverteilung im Vergleich zu langjährigen Mittelwerten eine erhöhte Häufigkeit aus nordwestlicher Richtung auf.
 
Die Messwerte im März zeigen insgesamt keine relevante Veränderung zum Vormonat. Teilweise fallen sie Mal etwas geringer und Mal etwas höher als die Messwerte vom Februar aus, was mit der wechselnden Windverteilung zu erklären ist. Die Messwertschwankungen liegen dabei jedoch im üblicherweise bei solchen Messreihen auftretenden Variationsbereich. Auch im April liegen die Messwerte in ähnlicher Höhe wie bei den beiden vorangegangenen Monaten.
 
Diese Ergebnisse besitzen als Einzelwerte nach wie vor eine begrenzte Aussagekraft. Unter diesem Vorbehalt lässt sich feststellen, dass die vorläufig ermittelte PCB-Belastung mit Ausnahme der in unmittelbarer Nähe zum Unternehmen gewählten Messstelle an allen Stellen im Bereich der in Nordrhein-Westfalen üblichen Hintergrundbelastung liegt.
 
Bei dieser Bewertung ist zu berücksichtigen, dass ein einzelner Monatswert keinen Rückschluss auf das Jahresmittel bzw. die im Falle von PCB bedeutsame langfristige Belastung zulässt. Die bisher vorliegenden Daten können allenfalls einen ersten, vorläufigen Eindruck vermitteln. Das LANUV informiert den Ennepe-Ruhr-Kreis regelmäßig über die Ergebnisse der weiteren Messungen. Belastbarere Ergebnisse können allerdings frühestens nach sechs Monaten erhoben werden.
 
Der Kreisverwaltung wurden im Mai zwei und im Juni drei Flockenniederschläge in Ennepetal von Bürgern gemeldet. Die Analyse der Proben durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW ergab jedoch keinen Zusammenhang mit der Silikonproduktion bei der Firma BIW. Somit kann zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgegangen werden, dass die installierten Flockenrückhalteeinrichtungen bei der Firma BIW funktionieren und kein unzulässiger Flockenflug mehr erfolgt.

 

Update 30. Januar 2020:

Am 21. Februar findet die zweite Bürgerversammlung zu den PCB-Funden statt. Die Einladung finden Sie hier.

Die Kreisverwaltung des Ennepe-Ruhr-Kreises hat einen Flyer mit dem Verzehrsempfehlungen in Oelkinghausen und Büttenberg herausgebracht. Den Flyer finden Sie hier.

 

Update 27. Januar 2020:

Die Kreisverwaltung und die Stadt Ennepetal haben gemeinsam mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) einen Termin für die nächste Bürgerversammlung vereinbart. Die Veranstaltung findet am Freitag, 21. Februar, um 18 Uhr im Haus Ennepetal (Gasstr. 10, Ennepetal) statt.
 
Landrat Olaf Schade und Bürgermeisterin Imke Heymann möchten dann gemeinsam mit den Experten des Landesamtes sowie der Fachbereiche Soziales und Gesundheit und Umwelt des Ennepe-Ruhr-Kreises über neue Ergebnisse und Erkenntnisse im Zusammenhang mit den PCB Funden in den Ennepetaler Stadtteilen Oelkinghausen und Büttenberg informieren.
 
Ab Montag, 27. Januar, wird die Kreisverwaltung überarbeitete PCB FAQ´s auf ihrer Internetseite (www.en-kreis.de) haben und ein Bürgertelefon einrichten. Von montags bis freitags und jeweils zwischen 8 und 16 Uhr ist dann die Rufnummer 02333/403 1449 besetzt. Dort erhalten Interessierte vorrangig Auskünfte zu den neuen Verzehrempfehlungen für Gemüse und Obst und zu den geplanten Blutuntersuchungen. Können Fragen nicht beantwortet werden, werden diese zunächst notiert und weitergeleitet. Anliegen können zudem per Email an die Adresse pcb.ennepetal@en-kreis.de schriftlich auf den Weg gebracht werden.
 
Hinsichtlich zusätzlicher Untersuchungen sind mit dem LANUV langfristig durchzuführende Luftmessungen zum PCB Gehalt der Luft sowie der Windverhältnisse im betroffenen Bereich abgestimmt. Damit wird umgehend begonnen. Ab Mai wird es zudem erneute Untersuchungen mit Grünkohl geben, diese führt das LANUV in einem erweiterten Untersuchungsraum durch.
 
Um über die Vorgaben der Verzehrempfehlung zu informieren, hat die Kreisverwaltung zudem einen Flyer erstellt. Dieser wird ab Mitte nächster Woche verfügbar sein. Anschaulich und umfassend wird dort nachzulesen sein, was nach den Erkenntnissen der Grünkohlproben für die beiden Bereiche Gewerbegebiet Oelkinghausen und Wohngebiet Büttenberg mit Blick auf selbstangebautes Gemüse und Obst empfohlen wird.
 
Nämlich: Im Gewerbegebiet sollten nach Einschätzung des LANUV folgende Blattgemüse nicht angebaut und verzehrt werden: Grünkohl, Mangold, Spinat, Pflücksalat, Feldsalat, Rucola, Rübstiel / Stielmus, Staudensellerie, Kräuter und andere Gemüse, von denen die Blätter verzehrt werden. Ebenfalls verzichtet werden sollte auf Beerenobst und Kirschen. Früchte, die gut gewaschen oder geschält werden können, können hingegen angebaut und gegessen werden.
 
Für das Wohngebiet Büttenberg lauten die Vorgaben: Die genannten Blattgemüse können angebaut werden, sollten aber nicht mehr als ein- oder zweimal in der Woche gegessen werden. Früchte - auch Beerenobst und Kirschen - können gegessen werden, sollten aber gewaschen und - wenn möglich - geschält sein.
 
Zu den zahlreichen Nachfragen, die die Kreisverwaltung bereits zu den angekündigten freiwilligen Blutuntersuchungen erhalten hat, heißt es aus dem Kreishaus: "Aktuell arbeitet der Fachbereich Soziales und Gesundheit daran, eine Vielzahl noch offener Fragen zu klären. Dazu zählen beispielsweise das genaue Festlegen der zu untersuchenden Altersgruppen, das Erstellen notwendiger Formulare und Informationsschreiben, der Ort der Blutabnahme, die Lagerung und der Transport des Blutes und die Auswahl des Labors."
 
Zu beachten sei auch: Blutuntersuchungen müssen von einer sorgfältigen Vor- und Nachbereitung begleitet werden, dazu zählen unter anderem das Erheben von Lebens- und Verzehrgewohnheiten und berufliche Faktoren. Aktuell gehen die Verantwortlichen davon aus, die Blutabnahmen im Mai oder Juni anbieten zu können. Über Ort und Termin werden alle, die zur Zielgruppe der Untersuchungen zählen, rechtzeitig und persönlich informiert.
 
Die Vorbereitungen sollen von einem Arbeitskreis begleitet werden. In diesen werden auch Vertreter der Bürgerinitiative und der Stadt Ennepetal eingebunden. Der Arbeitskreis begleitet das gesamte Verfahren, dazu zählen unter anderem die Auswahl des konkreten Personenkreises sowie die zeitliche Abstimmung.

Update 14. Januar 2020:

Bürgermeisterin Imke Heymann nimmt zur Pressekonferenz des Ennepe-Ruhr-Kreises vom gestrigen Montag Stellung. Den Text Ihrer Pressemitteilung finden Sie hier.

Update 13. Januar 2020:

Früher als erwartet liegen die Ergebnisse der Grünkohlbeprobung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hinsichtlich der PCB-Belastung in den Ortsteilen Oelkinghausen und Büttenberg dem Ennepe-Ruhr-Kreis vor.
Hierzu fand am 13. Januar 2020 eine Pressekonferenz im Schwelmer Kreishaus statt.
Die dazugehörige Pressemitteilung des Ennepe-Ruhr-Kreises sowie die überarbeitete Gebietsabgrenzung hinsichtlich der Verzehrsempfehlungen finden Sie hier.

 

 

Die Stadt Ennepetal wurde durch die Verwaltung des Ennepe-Ruhr-Kreises darüber informiert, dass im Gewerbegebiet Oelkinghausen erhöhte PCB-Werte nachgewiesen wurden. Vor dem Hintergrund des derzeitigen Erkenntnisstand empfiehlt der Ennepe-Ruhr-Kreis, auf den Verzehr der diesjährigen Gartenernte aus bestimmten Bereichen des Ennepetaler Stadtgebietes vorsorglich zu verzichten. Diese Bereiche sind auf einer gesonderten Karte dargestellt (hier).

Nähere Einzelheiten sind der Pressemitteilung des Ennepe-Ruhr-Kreises (hier) zu entnehmen.

Für Fragen zu den Verzehrsempfehlungen oder weiteren gesundheitlichen Aspekten ist die Kreisverwaltung unter der Telefonnummer 02336 930 zu erreichen.

Der Ennepe-Ruhr-Kreis hat am 25. November eine aktualisierte FAQ-Liste (häufig gestellte Fragen und Antworten) zum Thema PCB veröffentlicht. Diese Liste finden Sie hier.

Bei neuen Erkenntnissen wird die Stadt Ennepetal hier zeitnah informieren.

Die Pressemitteilung des 'Ennepe-Ruhr-Kreises vom 25.11.2019 finden Sie hier.

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