Medientipps des Bücherei-Teams

Hier finden Sie die monatlichen Medientipps des Bücherei-Teams!

Diese empfohlenen Medien befinden sich im Bestand der Stadtbücherei. Entliehene Titel können selbstverständlich vorgemerkt werden.

Die Tipps für den Monat Februar:

Matteo Righetto: Die Seele des Monte Pavione (Roman)

Die Familie des Bauern Augusto muss sich das ganze Jahr über von der Tabakernte ernähren. Fällt eine Ernte schlecht aus, bedeutet das Hunger. Jedes Jahr bessert Augusto das Einkommen auf, indem er einen Teil des vom Staat aufgekauften Tabaks abzweigt und durch die Berge nach Österreich schmuggelt. Eines Tages verschwindet er spurlos und die 16jährige Tochter Jole übernimmt seinen Auftrag, sie bricht allein auf. Unterwegs ist sie vielen Gefahren ausgesetzt und vernimmt schlimme Gerüchte über ihren Vater. 

Der italienische Schriftsteller Matteo Righetto nimmt seine Leser mit in die archaische  Bergwelt der Dolomiten. Eine ergreifende Vater-Tochter-Beziehung und gleichzeitig ein Abenteuerroman, der sich zu lesen lohnt.
(Empfohlen von Christine Köhler)

Kindermedientipp

Marc-Uwe Kling / Astrid Henn: Das NEINhorn (Bilderbuch)

Im Land der Träume ist alles wunderschön und lieblich: wallende Wasserfälle, schäumende Seifenblasenseen, supersonnige Sonnenhügel. Das Leben dort ist wunderbar, sorgenfrei und fröhlich. Zum Essen gibt es Zuckerwatte oder rosa glasierte Äpfel. Geredet wird in Reimen. Alles perfekt, wäre da nicht das kleine NEINhorn! Sein Name ist Programm. Genervt vom Zuckerwatteglück macht es sich auf um das harte Leben kennenzulernen. Schließlich möchte man auch mal im Matsch spielen oder Schmetterlinge jagen!

Wortspiele und ironischer Sprachwitz pur und dazu passend die Buntstiftzeichnungen der Illustratorin. Ein Spaß für die Kleinen und die Großen. Denn mal ehrlich: Nein! Doch! Was? Na und? Das kennt man doch von den eigenen kleinen Süßen …

Empfohlen ab 4 Jahre

Schwerpunktthema: Trotz

Signatur: 1 / K

(Empfohlen von Christine Köhler)

Die Tipps für den Monat Januar:

Peter Stripp: Rote Erde (Roman)

Der große Roman über das Ruhrgebiet und seine Vergangenheit.
Das Schicksal der Menschen in der Siedlung "Eintracht", die Gründerzeit des als "Goldener Westen" gepriesenen Kohlenpotts, ein Stück spannender Bergarbeitergeschichte. Verfilmt von Klaus Emmerich.

Die Bergarbeitersaga "Rote Erde" verbindet auf einmalige Weise die politischen Entwicklungen der Jahre 1887-1955 mit Geschichten aus dem harten Alltag der Bergleute, die nicht nur mit privaten Problemen und schlechten Arbeitsbedingungen, sondern auch mit der ständigen Gefahr für Leib und Leben kämpfen mussten.

(Empfohlen von Mirko Todorovic)

Kindermedientipp

Robert M. Sonntag: Die Gescannten (Jugendbuch)

Denn sie wissen, was du denkst … Wir befinden uns im Jahr 2048: Die Menschen leben in einer hochdigitalisierten und vernetzten Stadt. Als Jaro dort ankommt, ist er völlig fasziniert. Doch alles hat seinen Preis: Der Konzern Ultranetz kontrolliert jeden bis in seine geheimsten Gedanken hinein. Nur Jaro kann sich gegen den Konzern auflehnen.

Ausgerechnet die Stadtbewohnerin Nana soll ihm dabei helfen. Doch Ultranetz ist ihnen auf der Spur, und sie sind in höchster Gefahr …

Der Autor beschreibt in dieser Dystopie, wie Künstliche Intelligenz die Herrschaft an sich ziehen und Menschen ersetzen könnte. Ein hochaktuelles Thema, verpackt in einen spannenden Jugendthriller.

Empfohlen ab 12 Jahre

Schwerpunktthemen: Intelligenz / Überwachung / Digitalisierung

Signatur: 5.2 Sonn / Abenteuer

(Empfohlen von Christine Köhler)

Die Tipps für den Monat Dezember:

Eugen Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts (Roman)

Die Großeltern brannten noch für den Kommunismus, als sie aus dem Exil kamen, um ein neues Deutschland aufzubauen. Der Sohn kehrte aus der Sowjetunion heim; mit der Erinnerung ans Lager und doch in dem Glauben an die politische Idee. Dem Enkel bleibt nur ein Leben in der realexistierenden DDR. Doch er flieht - und zwar an genau jenem Tag, an dem sich die Familie, Freunde und Feinde versammeln, um den neunzigsten Geburtstag des Familienoberhauptes zu feiern.

Ruge hat ein enormes Geschick für Sprache und wechselnde Zeit- und Erzählperspektiven. Sein Roman ist eine tragikomische Familiengeschichte vor dem Hintergrund der politischen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts - vielschichtig und groß durch seine Reife, seinen Humor, seine Menschlichkeit.
(Empfohlen von Eva Renner)

Kindermedientipp

Katja Gehrmann: Stadtbär (Kinderbuch)

Als der Bär nach dem Winterschlaf aufwacht, vermisst er seine tierischen Freunde im Wald.

Er erfährt, dass alle zu den Menschen in die Stadt gezogen sind und beschließt, ebenfalls dorthin zu ziehen.

Weil der riesige und ungeschickte Bär nicht auffallen will, passt er sich, wo es möglich ist, an. Doch seine Freunde befürchten, dass die Menschen Angst vor dem Bären haben.

Der Plan, ihn deshalb in den Zoo zu bringen, scheitert auf witzige Weise.

Eine originelle Geschichte, die rasant illustriert und kindgerecht und warmherzig erzählt ist. Für das Buch bekam Gehrmann den Kinderbuchpreis NRW 2019.

Empfohlen ab 6 Jahre

Schwerpunktthemen: Anderssein / Anpassung / Solidarität

Signatur: 4.1 Gehr

(Empfohlen von Christine Köhler)

Die Tipps für den Monat November:

Francesca Melandri: Alle, außer mir (Roman)

Melandri reiste nach Äthiopien, um für ihren Roman zu recherchieren. Sie schreibt eine Familiengeschichte über 3 Generationen:

Eines Tages erwartet die 40-jährige Lehrerin Ilaria auf dem Treppenabsatz vor ihrer Wohnung in Rom ein junger Afrikaner, der ihren Familiennamen Profeti trägt und behauptet, mit ihr verwandt zu sein. Da sie von ihrem Vater keine Antworten mehr erhalten kann, begibt sich Ilaria selbst auf Spurensuche. Mit ihren Recherchen setzt sich das Leben ihres Vaters vor ihren Augen wie aus vielen kleinen Puzzlestücken zusammen.

Sie beschreibt seine Herkunft aus bescheidenen Verhältnissen in der Emilia, sein jahrelanges Doppelleben zwischen 2 Frauen und Familien in Rom. Profeti hat in seinem Leben immer wieder ein Wahnsinnsglück gehabt, nicht nur mit seiner Karriere.

Ilaria entdeckt, dass ihr Vater während der Kolonialisierung Abessiniens in Ostafrika eine unrühmliche Rolle spielte. Ab 1935 überzog Italien dort unter der faschistischen Regierung Mussolinis das Land mit einem blutigen Krieg, der 5 Jahre später endete.

Bis heute wird die Kolonialisierung Abessiniens, sowohl in Italien wie auch in ganz Europa, aus dem Bewusstsein verdrängt.

Ein sehr spannendes Buch für Menschen mit Interesse an Zeitgeschichte.

(Empfohlen von Christine Köhler)

Kindermedientipp

Tom Fletcher / Greg Abbott: Kleines Monster, komm da raus! (Bilderbuch)

Im Buch befindet sich ein kleines blaues Monster. Es soll aus dem Buch geschüttelt, gekitzelt und geschrien werden. Es gelingt! Das Monster ist draußen im Kinderzimmer! Doch oh weh! Was nun? Wie kriegt man es wieder zurück ins Bilderbuch?

Ein herrlich interaktives Buch, das Kinder zum Mitmachen animiert und sehr liebevoll gestaltet ist.

Empfohlen ab 3 Jahre

Signatur: 1 F
(Empfohlen von Eva Renner)

Serviceportal