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Landwehr Teilstück III

Die Landwehr befindet sich auf der Grenze zu Ennepetal zwischen Vesterberg und Beyenburg.  

Die Landwehr ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, insbesondere für den Landesausbau der Territorien des späten Mittelalters. „Unter Landwehren versteht die historische Wissenschaft Wallanlagen, die ein Stück Land nach einer oder mehreren Seiten abgrenzen oder sperren. Ursprünglich sind sie in den meisten Fällen von einem oder zwei Gräben begleitet und durch eine auf dem Wall angepflanzte Hecke verstärkt.  

Landwehren werden im allgemeinen im Verlauf oder ungefähren Anlehnung an den Verlauf von Stadt-, Kirchspiel-, Gerichts- oder Territorialgrenzen errichtet. Ihr Zweck ist nicht primär darauf gerichtet, die Grenze zu markieren, sondern eine Sperrlinie zu errichten. Unter den Gründen für ihre Anlage dominieren fiskalische Gesichtspunkte (Verhinderung des Umfahrens von Zollstellen), vor allem aber der Gesichtspunkt der Einschränkung der Beweglichkeit bewaffneter Verbände. Sie dürften daher in erster Linie als Denkmäler der Friedewahrung gelten, deren Intensivierung einen der Hauptzüge des spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Territorialstaates darstellt. Landwehren sind in der Zeit vom 14. bis in das 17. Jahrhundert durchgehend genutzt, erneuert und erhalten worden. (Definition Prof. Dr. Johanek, Ordinarius für westfälische Landesgeschichte, Münster)  

Im Mittelalter war die Landwehr bzw. Wegesperre mit ineinander geflochtenen Dornensträuchern bepflanzt, die sich undurchdringbar machten. An jenen Stellen, an denen Fernstraßen bzw. andere Wege der Landwehr die Landwehr querten, waren die Durchgänge mit Schlagbäumen gesichert. An diesen „Schlägen“ konnten Zollstellen eingerichtet werden.  

Für eine Erhaltung sprechen wissenschaftliche Gründe, denn es stellt eine für die historische Forschung wichtige archäologische Quelle dar. Seine möglicherweise notwendig werdende Auswertung (z.B. Ausgrabungen aufgrund von Planungen Dritter) vermitteln neue und weitgehende Erkenntnisse, die auf keinem anderen Weg gewonnen werden können. Die Unterschutzstellung des ortsfesten Bodendenkmals bezweckt die Sicherstellung bodendenkmalpflegerischer Belange bei zukünftigen Planungen aller Art.

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