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Neustraße 53

Der aus dem 19. Jahrhundert stammende Ziegelbau ist fast vollständig als Fabrikbau der Gründerzeit mit sparsamer Klinkerornamentik erhalten. In dem dreigeschossigen Gebäude sind die beiden Obergeschosse durch ein umlaufendes Gurtgesims sowie das kräftig provilierte Kranzgesims in der Horizontalen zusammengefasst. Eine vertikale Gliederung erfolgt durch eine regelmäßige Achsengliederung der Fenster und durch über beide Geschosse reichende Lisenen. Metallsprossenfenster in Rundbogen- bzw. Segmentbogenfassungen sind am ganzen Gebäude erhalten. Das Innere des Gebäudes besteht weitgehend aus vielseitig verwendbaren, ungeteilt großen Hallen. Da lastabtragende Innenwände die Nutzungsmöglichkeiten beeinträchtigt hätten und deshalb nicht ausgeführt werden konnten, erfolgt im Gebäudeinnern die Lastabtragung durch massive runde Gussstahlstützen, die wie in einem modernen Skelettbau in einer regelmäßigen Ordnung (Raster) aufgestellt sind. Einflüsse aus dem frühindustrialisierten England (z.B. Kontorgebäude an den St. Katherines Docks in London, entstanden ca. 1820) und durch Schinkels Bauakademie in Berlin, erbaut 1832 - 1835, sind in Konstruktion und Gestaltung hierbei erkennbar. Es ist ein fast vollständig modern und funktionalistisch konzipierter Bau, in dem Dekor nur noch äußerst sparsam verwendet wurde und das einen bruchlosen Übergang zur kommenden Moderne aufzeigt. Das Fabrikgebäude ist auch in dem 1983 vom Westfälischen Amt für Denkmalpflege aufgestellten Verzeichnis technischer Denkmäler enthalten. Das Gebäude hat ortsgeschichtliche Bedeutung und spiegelt die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse wieder.  

Für die Erhaltung und Nutzung sprechen in erster Linie kunst- und technikgeschichtliche Gründe.

 

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