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Lindenstraße evangelische Kirche (mit Schutzbereich)

Die Evangelische Pfarrkirche „Johannes der Täufer“ wurde 1780/81 unter Pfarrer Reichenbach als schlichter, rechteckiger Saalbau mit älterer Ostsakristei von 1735 im Stil des Barock erbaut. Die wesentlich ältere Kirchengemeinde zu Voerde (reformiert 1594) verfügte vorher schon über ein Gotteshaus, vermutlich seit dem 14. Jahrhundert über einen kleineren Massivbau in gotischem Stil. Bei dem barocken Neuaufbau 1780/81 war eine Verlängerung des Kirchenschiffes in Ost-West-Richtung nicht möglich, „weil im Westen der Turm und im Osten die 1735 erbaute Sakristei der alten Kirche stehengeblieben waren, die an den Neubau in unveränderter Form angefügt werden sollten. Darum wurde die Kirche auf der Nordseite und auf der Südseite um je 4 Fuß (= je ca. 1,25 m) verbreitert. Die Grundmauern der alten gotischen Kirche liegen unter den Seitenschiffen der heutigen Kirche. Die neue Kirche war auch wesentlich höher als die alte, wie ein Vergleich der Firsthöhe des Sakristeidaches mit der des Kirchendaches erweist. So entstand ein spätbarocker Hallenbau, dessen ältester Baustil die Sakristei ist.“ (Hermann Hirschberg: Die Evangelische Kirche Johannes der Täufer zu Ennepetal-Voerde, herausgegeben von der Evangelischen Kirchengemeinde Voerde in Ennepetal, 1981, Seite 14).  

Der dreigeschossige, durch Gesimse gegliederte Westturm mit neuklassizistischem Eingangsportal wurde 1843/44 errichtet. Unter dem achteckigen Turmheim verläuft ein reich gegliederter Fries mit Konsolenabschluss. 1914 wurde die Kirche renoviert, tlw. umgebaut und um die beiden Treppentürmchen nördlich und südlich des Hauptturmes baulich erweitert. Der Innenraum der Kirche weist eine flache Holztonnendecke mit Gemälden von H.E. Hauck und J. Soennecken aus Dortmund (Evangelisten, Geburt, Kreuzigung, Auferstehung, Himmelfahrt) aus dem Jahr 1781 auf. Der prächtige barocke Choraufbau in farbenfreudiger Fassung mit Altar und Kanzel von 1705 ist ein Werk des Westfälischen Meisters Johann Wilhelm Genckel. Über der Kanzel erhebt sich der neubarocke Orgelprospekt. Ferner bemerkenswert im Innenraum ist die dreiseitige Empore, die über dem Westteil des Mittelschiffes in einem weiten Rokokobogen schwingt.  

Zum Schutzbereich gehört der Kirchplatz, die den Kirchplatz umfassende Bebauung sowie die Wegeverbindungen zur Lindenstraße, Milsper Straße und An der Kirche.  

Die Evangelische Pfarrkirche zu Voerde ist von herausragender ortsgeschichtlicher Bedeutung und stellt ein bedeutendes Zeugnis der Baukunst dar. Die Erhaltung ist aus kunstgeschichtlichen, heimatgeschichtlichen und städtebaulichen Gründen geboten.  

Für die Erhaltung liegen kunstgeschichtliche und städtebauliche Gründe vor.


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