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Heinrichstraße 20 a

Die von den Architekten Peter und Emil Nau im Jahre 1913 errichtete Villa diente der Familie des Fabrikanten Julius Stockey als Wohnhaus. Von 1963 bis 1998 nutzte die Stadt Ennepetal die ehemalige Villa als Verwaltungsgebäude (Baudezernat). Seit 1998 ist sie wieder ihrer ursprünglichen Nutzung zugeführt worden.  

Der rechteckige Grundriss der früheren Fabrikantenvilla besitzt zur Strukturierung der Gebäudehauptseiten Vorbauten, das Mansardendach mit neuer Deckung ist durch Dachgauben mit geschwungener Verdachung (teilweise mit figürlichem Stuckdekor) erweitert. An der Eingangsseite befinden sich Putzbänder mit Mittelstein als Fensterrahmung, Pilaster mit Zierkapitellen als Fassaden-Gliederungselemente des 1. Obergeschosses und der Eingangsbereich mit Portikus, Haustür mit Lünette, Leistenschnitzwerk und ovale Fenster. Im Erdgeschoss und Dachgeschoss sind Rundbogenfenster eingebaut, die Fensterbrüstungen sind durch schmale Lisenen gegliedert.  

Auf der Nordseite befindet sich ein ausladender Altan auf vier Säulen mit der vorgelagerten Außenanlage mit Freitreppe und parkähnlich gestalteter Grünfläche, gegliedert durch Hecken, Blumen, Zierbeete und Wasserbecken.  

Die Südseite ist schlicht gestaltet mit zwei Ausbuchten, teilweise mit angedeutetem Portikus.  

Die 1913 von den Gebrüdern Nau erbaute Villa ist von künstlerischer und volkskundlicher Bedeutung für Ennepetal und ein wichtiger Beleg für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse.  

Nachträgliche Veränderungen beeinträchtigen zwar den Zeugniswert des Gebäudes, sind jedoch größtenteils reversibel, d. h. sie haben die historischen Ausstattungsstücke nicht vernichtet. Dabei waren vor allem im Inneren Einbauten im Erdgeschoss zu nennen, welche jedoch zum größten Teil bereits zurückgebaut sind. Am Äußeren sind die Dachflächenfenster und die vergrößerte Fensteröffnung im Dachhaus an der Gartenfront und eine Fenstervergrößerung an der Zufahrtsfront besonders störend.  

Bestandteile des Denkmals sind auch Teile der gestalteten Gartenfläche (Terrasse mit Geländern an zwei Seiten, Treppenanlagen mit Springbrunnen) sowie der Zufahrt (Tor mit flankierenden Türen und Mauerstücken).

 

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