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Heilenbecker Straße 117 - 121

Die Nord- und Westfassaden des Fabrikgebäudes der Firma J.D. Brackelsberg oHG in Ennepetal-Milspe sind, einschließlich der das Fassadenbild bestimmenden und von Norden, Osten und Westen einzusehenden Dachflächen ein Baudenkmal, weil sie die gesetzlichen Tatbestandsvoraussetzungen für ein Baudenkmal gem. § 2 Abs. 1 und 2 Denkmalschutzgesetz erfüllen. Die Objekte sind bedeutend sowohl für die Geschichte des Menschen als auch für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse. Sowohl für den Ortsteil Milspe, als auch darüber hinaus für die Stadt Ennepetal, dokumentieren die im nahezu ursprünglichen Zustand erhaltenen Fabrikfassaden einen wichtigen Abschnitt der Besiedlung und der Industrialisierung dieser Region. Bereits zu Beginn des 18. Jh. befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Standort der Fabrikfassaden verschiedene Hammerwerke, die durch die im Tal der Heilenbecke vorhandene Wasserkraft betrieben wurden. Diese Periode der Frühindustrialisierung ist heute noch in der Topographie durch die zahlreichen Teichanlagen zum Aufstauen der Heilenbecke deutlich ablesbar, während die Produktionsstätten selbst stark verändert sind. Im Verlauf des 19. Jh. siedelte sich in diesem Bereich als weiteres Unternehmen die heutige Gießerei Brackelsberg an, deren Inhaber die insbesondere durch die verkehrsmäßige Erschließung gegebenen Standortvorteile ausnutzte und sicherlich auch den in diesem Bereich ansässigen Facharbeiterstamm bei seiner Entscheidung mit berücksichtigt. Der Entwicklungsstand dieser Folgeindustrie um 1900 wird durch die reich gegliederte Fabrikfassade mit ihren charakteristischen Rundbogenfenstern mit Metallsprossen belegt, die im übrigen typisch sind für nachhaltig vom Klassizismus beeinflusste Fabrikbauten aus der Zeit der Jahrhundertwende. Derartige Bauten, die den Originalzustand noch weitgehend unverändert aufweisen, sind im Gebiet des Heilenbecker Tales und darüber hinaus im Gebiet der Stadt Ennepetal und des Ennepe-Ruhr-Kreises kaum mehr vorhanden, so dass dieser Umstand den Denkmalwert der Fassade noch erhöht.

 

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