Rathaus
Die Bürger in der Stadt / Voerde

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die Stadtverwaltung plant die Entwicklung eines neuen Baugebietes in Homberge. Vor dem Hintergrund, dass die verfügbaren Baugrundstücke weitestgehend erschöpft sind, muss die Stadt zwingend handeln, um den wachsenden Bedarf an Baugrundstücken zu decken, um so den Wohnstandort Ennepetal lebens- und liebenswert zu erhalten.

Homberge ist ein wunderschönes Wohngebiet, welches landschaftlich sehr reizvoll gelegen und optimal an die städtische Infrastruktur angeschlossen ist. Zwei Kindergärten und eine Grundschule befinden sich in unmittelbarer Nähe.

Im Zuge dessen hat die Verwaltung zahlreiche Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern erhalten. Selbstverständlich können wir Ihre Fragen und Ihre Einwände nachvollziehen. Wir haben versucht, auf diese so weit wie möglich einzugehen, Ihre Fragen zu beantworten und sowohl Missverständnisse als auch Unklarheiten zu beseitigen. Die FAQ-Liste (Frequently Asked Question - in einem bestimmten Zusammenhang häufig gestellte Frage) wird fortlaufend ergänzt, so dass gewährleistet ist, dass alle Anfragen beantwortet werden.

Der Stadtverwaltung ist es sehr wichtig, dass Sie sich in Ihrer Stadt wohlfühlen und gerne hier leben.

Gerne nehmen wir Ihre Fragen in die FAQ Liste auf. Schicken Sie uns dafür einfach eine eMail an homberge@ennepetal.de.

Darüber hinaus haben Sie im Zuge des Bebauungsplanverfahrens die Möglichkeit, sich über die Planungen zu informieren und Stellungnahmen abzugeben. Dies wird seitens der Stadt natürlich rechtzeitig kommuniziert.

Nachstehend einige oft gestellte Fragen:

Kann der landwirtschaftliche Verkehr durch die zukünftige Siedlung fahren?

Die derzeitige Anbindung in Richtung Örtchen/Skihütte erfolgt in einem Teilbereich über eine Privatstraße. Die Neuerschließung ermöglicht eine gesicherte, zusätzliche Anbindung über eine neue öffentliche Straße.

Wie werden die Erschließungskosten finanziert?

Die Kosten der Erschließung muss nicht die Allgemeinheit tragen.

Der Kaufpreis der Grundstücke beinhaltet den Anteil der Erschließungskosten. Somit sind die Erschließungskosten in den Grundstückskaufpreisen enthalten und werden von dem jeweiligen Käufer/ Eigentümer übernommen.

Wie hoch sind die Kosten der Abwasserentsorgung?

Der genaue Aufwand für die Entwässerung des Gebietes wird im Rahmen eines Entwässerungskonzeptes ermittelt. Dieses wird in Kürze beauftragt werden.

Wird durch das Neubaugebiet landwirtschaftliche Fläche versiegelt?

Durch das neue Baugebiet wird landwirtschaftliche Fläche versiegelt.

Im Rahmen der Aufstellung des Flächennutzungsplans im Jahr 2014 wurden aber zahlreiche Wohnbauflächen in den Randbereichen des Siedlungsgefüges zurückgenommen, um sowohl weiterer Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen entgegenzutreten als auch diese zu erhalten. Ennepetal hat eine Größe von insgesamt 57,8km², davon sind 34,8% landwirtschaftlich genutzte Fläche und 42,9% bewaldetes Gebiet.

Wird der Umweltschutz bei der Planung des Neubaugebietes berücksichtigt?

Ja, im Zuge des Bebauungsplanverfahrens müssen dezidierte Aussagen zum Artenschutz und zu den Umweltbelangen erarbeitet werden. Dies ist fester Bestandteil eines Bebauungsplanverfahrens und ist durch das Baugesetzbuch geregelt.

Im Rahmen der Aufstellung eines Bebauungsplanes werden alle potenziell von der Planung betroffene Schutzgüter (Mensch, Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Klima, Landschaft, Kultur und sonstige Sachgüter) sowie deren Wechselwirkung miteinander untersucht und in einem Umweltbericht beschrieben. Im Rahmen dieser Umweltprüfung wird auch untersucht, ob nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt vermieden oder zumindest minimiert werden können. Für die nicht vermeidbaren Eingriffe in den Naturhaushalt durch Versiegelung des natürlichen Bodens durch Straßen und Gebäude müssen Kompensationsmaßnahmen festgelegt werden. Ferner gehört in einen Umweltbericht auch die Prüfung alternativer Planungsmöglichkeiten.

Meist ist es nicht möglich, in dem zu entwickelnden Baugebiet die geforderten Kompensationsmaßnahmen vollständig vorzunehmen. Aus diesem Grunde bedient sich die Stadt eines „Ökokontos“, in dem bereits vorgezogene ökologische Verbesserungsmaßnahmen an anderen Örtlichkeiten im Stadtgebiet durchgeführt werden, die im Rahmen des B-Planverfahrens anzurechnen sind.

Verfahrensrechtlich wird die Umweltprüfung durch ein Scoping-Verfahren in die Bauleitplanung eingebunden. Hier werden durch die Beteiligung sämtlicher betroffener Träger öffentlicher Belange (z. B. untere Wasser-, untere Naturschutz-, untere Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde, örtliche Naturschutzvereine, Tiefbauabteilung) der Umfang und der Detaillierungsgrad für alle Umweltbelange festgelegt.

Ferner werden auch Maßnahmen beschrieben, wie die erforderlichen Überwachungsverfahren vorgesehen sind.

Wie ist die Bodenbeschaffenheit?

Zur Konkretisierung der Planung sind weitere Gutachten zur Bodenbeschaffenheit (Versickerungsfähigkeit, Zusammensetzung etc.) notwendig, die die Stadt in Auftrag geben wird.

Reichen 34 öffentliche Parkplätze, um den Bedarf zu decken?

Der Bedarf an privaten Stellplätzen wird über sogenannte „Richtzahlen für den Stellplatzbedarf“ ermittelt und auch von der Baugenehmigungsbehörde gefordert. Für die rund 50 Wohngebäude sind die erforderlichen Stellplätze auf eigenem Grundstück nachzuweisen. Die Anzahl an Stellplätzen im öffentlichen Straßenraum ist nicht geregelt. Die Erfahrungen aus anderen Baugebieten, z. B. Bauen mit der Sonne, zeigen, dass mit den geplanten 34 öffentlichen Stellplätzen ein ausreichendes Angebot vorgehalten werden kann.

Wieso wird das Neubaugebiet in Homberge geplant?

Der Flächennutzungsplan (FNP) weist für das Plangebiet "Homberge" Wohnbaufläche aus. Der Bereich Homberge entspricht dem planerischen Gesamtkonzept der Stadt Ennepetal für die Entwicklung von Wohnbauflächen.

Die ursprüngliche Planung sah ein deutlich größeres Baugebiet vor. Diese wurde in der Vergangenheit  bereits verkleinert.

In den Jahren 2008 bis 2014 wurden intensive Diskussionen mit Politik, Verwaltung und Bürgern u.a. über die Ausweisung von Wohnbauflächen geführt. In der Begründung des FNP's wird ausdrücklich darauf hingewiesen, wie wichtig die Neuausweisung von Wohnbauflächen im Hinblick auf die Attraktivität des Wohnstandortes Ennepetal ist. Es geht darum, unter qualitativen Gesichtspunkten Flächen im FNP darzustellen, die das Verhältnis von Zentren und Dörfern berücksichtigen, und die den Ansprüchen der Nachfrager gerecht werden mit dem Ziel, Einwohner in der Stadt Ennepetal zu halten und neue Bewohner zu gewinnen.". Das neue Baugebiet "Homberge" bietet die Chance, hier einen hochwertigen Wohnstandort zu entwickeln.

Kann man stattdessen bereits bestehende Altbauten nutzen?

Die Entwicklung der Wohnbaufläche "Homberge" ist im Hinblick auf die Attraktivität des Wohnstandortes Ennepetal von großer Bedeutung.

Angesichts des weiterhin steigenden individuellen Wohnflächenverbrauchs, den Neubaubedarf aufgrund der geänderten Anforderungen an die Wohnstandards und den regelmäßigen Nachfragen über neue Baugrundstücke in Ennepetal ist eine Entwicklung der Fläche in Homberge notwendig.

Es bestehen noch diverse Altbauten im Stadtgebiet, die nach Sanierung und Renovierung ebenfalls als Eigentum erworben werden können. Allerdings ist hierbei die individuelle Lebenssituation potenzieller Erwerber zu berücksichtigen. Die bestehenden Angebote decken die Bedarfe der Interessierten nicht ab.

Älterer Wohnungsbestand ist nicht für jeden Eigentümer attraktiv und insbesondere junge Familien mit Kindern fragen höherwertigen Wohnraum nach. Vor allem Grundstücke in guten Lagen sind sehr nachgefragt. Als Folge dessen muss sich das Wohnungsangebot in Ennepetal quantitativ und qualitativ verbessern.

Darüber hinaus ist die Stadt Ennepetal seit Jahren bestrebt, innerstädtische Baulücken einer Entwicklung zuzuführen.

Kommt es zu einer Überlastung der Rüggeberger Straße?

Die Rüggeberger Straße übernimmt die Funktion einer Sammelstraße und stellt neben der Anbindung des Wohnbereiches Homberge auch die Verbindung zum Stadtteil Rüggeberg dar. Die zusätzliche Aufnahme der rund 50 Wohneinheiten durch das neue Baugebiet ist möglich. Im Rahmen der weiteren Bearbeitung des Bebauungsplanverfahrens ist vorgesehen, eine Erhebung der Verkehrsstärke in diesem Bereich durch eine Zählung vorzunehmen, so dass eine abschließende Datenbasierte Beurteilung der äußeren Erschließung des Baugebietes möglich ist.

Ist ein Lebensmittelmarkt in unmittelbarer Nähe des Baugebietes geplant?

Zur Zeit liegen der Stadt keine Anfragen von Nahversorgern vor. Ob sich der Standort Homberge aufgrund steigender Bewohnerzahlen zukünftig für eine Ansiedlung eignet, bleibt abzuwarten.

Zu welchen Preisen werden die Grundstücke vermarktet und wer baut?

Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Vermarktungspreis noch nicht kalkuliert. Die Grundstückspreise werden voraussichtlich Ende 2018, Anfang 2019 veröffentlicht.

Die Grundstücke werden von der Stadt Ennepetal selbst vermarktet und voraussichtlich ab Mitte/Ende 2019 an die zukünftigen Eigentümer verkauft. Diese sind auch die Bauherren der Wohngebäude. Die neuen Eigentümer realisieren im Rahmen der Festsetzungen des Bebauungsplanes ihre Bauvorhaben nach ihren eigenen Vorstellungen. Der genaue Zeitpunkt des Verkaufsstarts ist abhängig von der Rechtskraft des Bebauungsplanes, der Planung und der anschließenden Fertigstellung der Baustraßen sowie der Entwässerungsplanung und der Herstellung der Abwasserkanäle.