Wir machen Ernst


Zwei getrennte Neubauten werden in Zukunft das Haus Ennepetal ersetzen. Die Pläne dazu stellte gestern Morgen Bürgermeisterin Imke Heymann gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Kluterthöhle und Freizeit GmbH, Florian Englert, öffentlich vor. Gesellschafterversammlung und Aufsichtsrat der GmbH hatten bereits Anfang Februar bzw. im Mai der nun gewählte Lösung einstimmig beschlossen.

Östlich des bisherigen Gebäudes soll auf städtischem Gelände zunächst ein Baukörper entstehen, der das Mehrgenerationenhaus, die Kindertagesstätte, das Jugendzentrum und die Stadtbücherei aufnehmen wird. Dieser Bau könnte unter Regie der Stadtbetriebe entstehen. Nach Planung und Genehmigungsverfahren soll im Januar 2019 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die Kostenschätzung beläuft sich derzeit auf etwa 11,5 Mio. Euro. Ob das Gebäude Voerder Straße 123 einbezogen wird oder weiterhin als Wohnhaus genutzt werden kann, muss im Rahmen der Bauplanung geklärt werden.

Erst wenn dieses Gebäude errichtet und bezogen ist – nach jetzigem Planungsstand Anfang 2021 -, wird mit dem Abbruch des heutigen Haus Ennepetal begonnen. Bis dahin bleibt das Haus Ennepetal vollständig in Betrieb.

Auf dessen Gelände soll dann bis 2023 ein modernes, dem Bedarf angepasstes, Veranstaltungszentrum entstehen, dessen vorläufig geschätzte Kosten bei 15 Mio. Euro liegen.

Zwischen den beiden Baukörpern wird der geplante Ennepe-Garten, der bereits als Bestandteil des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts als förderfähig eingestuft ist, entstehen und die Ennepe – als Namensgeberin der Stadt – erlebbar machen. Im Rahmen dieser Arbeiten wird dann auch ein neuer Zugang zur Kluterthöhle geschaffen.

Im vergangenen Jahr hatte die Stadt Ennepetal eine Machbarkeitsstudie zur Zukunft des Haus Ennepetal in Auftrag gegeben. Diese ergab, dass eine Kernsanierung des Bestandsgebäudes etwa 21 Mio. Euro kosten würde. Dazu kämen allerdings noch die Auslagerungskosten für das Mehrgenerationenhaus, die Stadtbücherei und den Verwaltungsbereich. Durch die nun gewählte Lösung können diese Kosten deutlich minimiert werden.

Der Zustand des Haus Ennepetal, das im Jahr 1978 in Betrieb ging, war in den vergangenen Jahren immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Investitionstau, die marode Bausubtanz, veraltete Technik und der Zuschnitt des Gebäudes schränken die Nutzungsmöglichkeiten erheblich ein.

Ende 2014 wurde von der CDU-Fraktion der Abriss als mögliche Lösung ins Gespräch gebracht und seitdem hing die Zukunft des Hauses in der Luft.

Mit der Vorstellung der Pläne beendete Bürgermeisterin Imke Heymann nun diese Hängepartie.

„Wir sind jetzt in der Lage, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern ein bedarfsorientiertes Veranstaltungszentrum zu schaffen“, so Imke Heymann. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Volker Rauleff, zugleich SPD-Fraktionschef, betonte: „Wichtig ist, dass die jetzt vorgestellten Pläne nicht im politischen Streit zerredet werden“.

Ein detaillierterer Überblick ist in dieser Präsentation zu finden.