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Die Bürger in der Stadt / Voerde

EU-Wasserrahmenrichtlinie

Aufgrund der wasserbaulichen Aktivitäten in der Vergangenheit, die häufig eine Folge der intensiven Nutzung der Gewässer durch die metallverarbeitenden Industrie sind, ist der Zustand der meisten Gewässer in Ennepetal wie auch andernorts naturfern: Ufer und Sohle sind stark befestigt, Wehre bilden unter anderem für Fische unüberwindbare Wanderhindernisse und verschiedenste Stoffe beeinträchtigen die Wasserqualität. Seit dem Jahr 2000 gibt eine EU-Richtlinie, die Wasserrahmenrichtlinie, europaweit einheitliche Qualitätsziele für die Gewässer sowie Fristen für die Zielerreichung vor. Demnach soll bis Ende 2015 ein guter ökologischer und chemischer Gewässerzustand erreicht sein. Ausnahmen und Verlängerungsmöglichkeiten sind jedoch vorgesehen und werden in Anspruch genommen. In Ennepetal werden die Gewässer Ennepe, Heilenbecke und Hasper Bach durch die Richtlinie betrachtet.

Die notwendigen Schritte, um den Zustand der Gewässer nachhaltig zu verbessern, sind im Bewirtschaftungsplan festgelegt. Dieser wurde im Jahr 2009 erstmals erstellt und 2015 überarbeitet.

Die Stadt Ennepetal hat aktiv am Prozess der Maßnahmenplanung der Wasserrahmenrichtlinie mitgewirkt.

Zur Verbesserung des Gewässerchemismus sind beispielsweise Anpassungen im Kanalnetz geplant und teilweise auch schon umgesetzt worden. Um die ökologischen Anforderungen an die Gewässer zu erfüllen, sind vielerorts Renaturierungen notwendig. Für die Planungen werden sogenannte Leitbilder als Referenzzustand verwendet, die den natürlichen Zustand der Gewässer in Abhängigkeit von den naturräumlichen Gegebenheiten beschreiben. Das Leitbild der Gewässer Ennepetals ist der „Talauebach im Grundgebirge“. Charakteristisch für diesen Gewässertyp sind unter anderem großflächige Schotterbänke sowie ein vielfältiges Strömungsbild mit rasch fließenden Schnellen und schwach durchströmten Stillen.

Einige Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Gewässerzustandes wurden in den letzten Jahren bereits umgesetzt. So wurden beispielsweise mehrere Wehre entlang der Ennepe zurückgebaut, sodass sich Fische und andere Lebewesen im Gewässerverlauf wieder ungehindert ausbreiten können. Zudem wurden durch die vergrößerte Strömungsvielfalt und abwechslungsreichere Sohl- und Uferstrukturen neue Lebensräume geschaffen. Weitere Wehrumbauten sind für die kommenden Jahre geplant.

Ansprechpartner

Herr B. Mayr

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