"Genau das Ding, das ich immer machen wollte"

v.l.: Bürgermeisterin Imke Heymann, Hans Georg Heller, Personalratsmitglied Carsten Michael und Personalchef Tim Strathmann im Kreis der „Haremsdamen“ und „Scheichs“

Sein letzter Arbeitstag wird ihm wohl immer in Erinnerung bleiben:

Nach über 35 Jahren bei der Stadt Ennepetal ging Hans Georg Heller, Leiter des Fachbereichs Jugend, Soziales, Sport und Kultur, heute in den Ruhestand.

Vor einigen Wochen hatte Heller scherzhaft gegenüber seinen Kolleginnen und Kollegen erwähnt, er wäre gerne während seines Berufslebens wie ein arabischer Scheich behandelt worden.

Diesen Wunsch setzen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter heute in die Tat um. Er wurde bereits am Rathaus-Eingang erwartet, der Etagenflur war mit einem roten Teppich ausgelegt und zu den Klängen von Vangelis „Conquest Of Paradise“ standen seine Kolleginnen und Kollegen bei seinem Einzug in Haremsdamen- bzw. Scheichkostümen Spalier.

Sein Büro war über Nacht in ein orientalisches Beduinenzelt verwandelt worden und ein Buffet mit arabischen Köstlichkeiten erwartete ihn. Natürlich lag auch das passende 1000 und 1-Nacht Outfit für seinen Finalen Bürotag bereit.

Da staunte auch Bürgermeisterin Imke Heymann, die die offizielle Verabschiedung vornahm nicht schlecht: „So ist wohl noch kein Mitarbeiter bei der Stadt Ennepetal verabschiedet worden“.

Der 65-jährige kann auf ein abwechslungsreiches Berufsleben zurückblicken. 1969 begann er bei der Firma Paul Ferdinand Peddinghaus in Gevelsberg eine Ausbildung zum technischen Zeichner. Nach erfolgreicher Prüfung und anschließendem Wehrdienst entschloss Heller sich zu einem Studium der Sozialpädagogik an der Fachhochschule Dortmund.

Nach einem Berufsanerkennungsjahr beim Jugendamt der Stadt Gevelsberg erfolgte 1983 die Einstellung als Bezirkssozialarbeiter bei der Stadt Ennepetal. 2001 wurde er Leiter des Fachdienstes Jugend, bevor 2003 die Bestellung zum stellvertretenden Fachbereichsleiter „Jugend und Soziales“ erfolgte. 2005 übernahm Heller dann die Leitung des Fachbereichs.

„Ich habe immer gerne gearbeitet“, so Heller, „meine Aufgabe war genau das Ding, das ich immer machen wollte“.

Mit seiner Nachfolge ist Hans Georg Heller sehr zufrieden. Michael Schmidt, sein bisheriger Stellvertreter wird zum 1. Juni den Fachbereich übernehmen. Dagmar Ante wird als studierte Sozialpädagogin zur Jugendamtsleiterin bestellt.

Der Fan des FC Bayern München wird es in Zukunft wohl etwas ruhiger angehen lassen: „Bei aller Freude an meiner Arbeit bin ich froh, künftig für bestimmte Dinge nicht mehr einstehen zu müssen. Die Verantwortung ist nicht zu unterschätzen“.

„Die Kinder dieser Stadt und die Mitarbeiter seines Fachbereichs haben ihm viel zu verdanken“, zog Dagmar Ante ein Fazit.

Bürgermeisterin Imke Heymann lässt ihren Fachbereichsleiter nur sehr ungern ziehen: „Mit ihm geht gewichtiger Fachverstand in den Ruhestand. Ihm war immer bewusst, welche Konsequenzen seine Entscheidungen haben. Und ich habe nicht einen Fall erlebt, in dem er mit seinem Urteil falsch gelegen hätte. Seinem Wirken ist es zu verdanken, dass unser Jugendamt so gut aufgestellt ist“.

Im Hause Heller steht jetzt zunächst ein Urlaub in Cornwall an. Hans Georg Heller möchte sich dort Anregungen für die Gestaltung seines Gartens holen. Und auch sein Motorrad wartet sehnsüchtig darauf wieder einmal ausgeführt zu werden.

Auf eines ist der Vater zweier erwachsener Söhne sehr gespannt: „Neulich habe ich zu meiner Frau gesagt, dass ich sehr neugierig bin, was ich künftig nachts träumen werde. Denn viele Dinge meines Berufsalltags habe ich bisher dorthin mitgenommen“.