Wo die Wälder noch rauschen...
Struktur und Funktion heimischer Waldgesellschaften
„Wo die Wälder noch rauschen“ - Mit diesem Bergischen Heimatlied wurden die zahlreichen Besucher des Vortrags von Dr. Wilfried Bennert in die Stadtbücherei gelockt. Frau Dr. Tomaschewski vom Sachgebiet Umweltschutz der Stadt verwies zu Beginn auf das Internationale Jahr des Waldes, zu dem die Vereinten Nationen das Jahr 2011 deklariert haben. Und das nicht ohne Grund: 13 Millionen Hektar Wald werden jedes Jahr auf unserem Planeten durch den Menschen vernichtet und damit zusammen unzählige Tier- und Pflanzenarten. Dabei reichen die Ursprünge der Wälder schon viele Millionen Jahre zurück. Nach der letzten Eiszeit haben sich schließlich die Waldgesellschaften ausgebildet, die wir heute antreffen können.
Was macht den Wert des Waldes aus? Der Wald ist ein komplexer Lebensraum für eine große Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Kleinlebewesen. Er wirkt ausgleichend und regulierend auf den Wasserhaushalt und das Klima. Ferner sollte die Leistung wüchsiger Naturwälder als Kohlendioxidsenken nicht unterschätzt werden, so Dr. Bennert. Bekanntermaßen diene der Wald aber auch als Erholungsort und Holzlieferant.
Seit Jahrtausenden haben Umweltfaktoren darüber entschieden, ob und welche Waldgesellschaften sich ausbilden konnten. Der, historisch gesehen, immer stärker werdende Einfluss des Menschen habe dazu geführt, dass es in Deutschland kaum noch wirkliche Urwälder gäbe. Fast jeder Baum wurde irgendwann durch Menschenhand gepflanzt, und das keineswegs immer standortgerecht, wie z. B. die Fichte, die in NRW natürlicher Weise nicht vorkommen würde.
In unserer Region überwiegt als heimische Waldgesellschaft der bodensaure Buchenwald. Aber auch Kalkbuchenwälder, Eichenwälder in trockeneren Hanglagen oder Erlenbruch- und Erlenauenwald kommen bei uns vor.
Nachdem Dr. Bennert die verschiedenen Funktionen eines Baumes allgemein, das Wechselspiel zwischen Waldbäumen und Pilzen, welche zum Teil sogar auf die jeweilige Baumart spezialisiert sind, und viele weitere spannende Details vorstellte, appellierte er an seine Zuhörer, den Wald nicht nur herkömmlich, z.B. sportlich, zu nutzen. Jeder solle für sich versuchen, die im Detail schier unendliche Vielfalt des Waldes mit offenen Sinnen wahrzunehmen, die darin verborgenen Geheimnisse zu entdecken und die sich schnell einstellende Begeisterung mit den Kindern und Enkelkindern zu teilen. Sie seien Teil der nachfolgenden Generationen, welche auch über das Schicksal der Wälder mit entscheiden würden.
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