Von Hupfdohlen und Schornsteinen
Sehr kurzweilig berichtete Bernd Jellinghaus vom NABU Ennepe-Ruhr-Kreis vor vollem Haus in der Bücherei im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Stadt Ennepetal zu Natur - und Lokale Agenda 21-Themen über die Dohle - den Vogel des Jahres 2012.
Dieser schwarz-graue Flugkünstler kann bei manchem seiner Flüge schon mal eine Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern erreichen. Ist die Dohle aufgeregt oder hat interessante Nahrung gefunden, beginnt sie von einem majestätisch schreitendem Gang sich plötzlich hüpfend fortzubewegen, was ihr auch den Namen „Hupfdohle“ einbrachte.
Dieses interessante Tier, das in Dauerehe lebt und seine Zusammengehörigkeit mit seinem Partner in Synchronflügen dokumentiert, zeichnet sich auch durch ein ausgeprägtes Sozialleben aus. In der geselligen Dohlengemeinschaft wird auch ein geschwächtes Tier mit durchgefüttert. Keines bleibt allein.
Gebrütet wird meist in Kolonien, in Höhlen, auf Felsen, Stahlbrücken, Mauervorsprüngen oder auch in Schornsteinen. Der letzt genannte Brutplatz kann jedoch zum Problem werden, wenn ein Nest den Schornstein verstopft. Um dem vorzubeugen gibt es technische Lösungen, wie das im guten Fachhandel erhältliche Dohlengitter. In Kombination bietet sich dann die Anbringung eines Holzbetonnistkastens am Haus an, der von den Dohlen als Ersatz gut angenommen wird.
Die Nahrung der Dohlen besteht im Sommer vor allem aus Insekten, deren Larven, Würmern und Schnecken. Sie frisst aber auch Körner, weiche Früchte und Abfälle.
Im Ennepe-Ruhr-Kreis sind Dohlen in Witten, Gevelsberg und Schwelm als Brutvögel heimisch.In Ennepetal trifft man sie eher seltener (ab und zu vergesellschaftet mit Rabenkrähen in Rüggeberg). Bernd Jellinghaus bittet daher auch die Bürger im Ennepe-Ruhr-Kreis um aktive Mithilfe. Er freut sich über jede Meldung zu Brutvorkommen dieser Vogelart (Tel.: 01754531628 oder e-mail: info@nabu-ennepe-ruhr.de). Wer ferner Interesse hat, etwas für den Vogel auf dem eigenen Grundstück zu tun, kann von ihm ebenfalls Informationen zu Nisthilfen erhalten.